beschränkte, sich nun in dem neuen Buch stützt auf die in Österreich größteprivate Spielzeugsammlung des Ehepaares Folk- Stoj, die vor etwa einemhalben Dezennium dem Salzburger Museum Carolino Augusteum gewidmetwurde. Doch die Auswahl der Objekte, die optisch ausgezeichnet, vielfach voralten Papiertheater- Prospekten zur Geltung kommen, bringt leider nur schonaus einschlägigen Sammlungen allenthalben Bekanntes; ja es werden aus demBestand bereits publizierte Stücke wieder gezeigt( z. B. in K. Gröber- J. Metzger,Kinderspielzeug aus alter Zeit, Hamburg 1965, Abb. Nr. 84, 85 gleich mit hierNr. 20, 21 d; in H. Kaut, Alt Wiener Spielzeugschachtel, Wien 1961, Abb. Nr. 16,42 ident mit Nr. 35, 43). Angesichts dieser einzigartigen Kollektion, die etwa30.000 Einzelstücke aus mehr als fünfzigjähriger Sammeltätigkeit umfaßt, solltedoch unzweifelhaft völlig unbekanntes Material hinreichend vorliegend sein!wovon sich der Rezensent einst zu überzeugen die Möglichkeit hatte.
Bei der Themenbehandlung möchte man sich einen etwas vertiefenderenText wünschen, denn er wird dem Untertitel„ Spiegelbild der Kulturgeschichte"nicht allzu gerecht. Ebenso scheint wissenschaftliche Solidität zu mangeln, wennes u. a. heißt, daß sich Naturspielzeug einer theoretisch- wissenschaftlichen Be-trachtung entzieht( S. 32); demzufolge dürften die diesbezüglichen Arbeitenvon K. Haiding nicht bekannt sein. Letztlich vermißt man beim Literaturverzeich-nis, das freilich nur eine knappe Auswahl darstellen soll und doch u. a. Verhal-tensforscher K. Lorenz mit drei Büchern zitiert; es fehlen Standardwerke wieM. Bachmann- R. Langner, Berchtesgadener Volkskunst, Leipzig 1957, J. Blau,Böhmerwälder Hausindustrie und Volkskunst, Prag 1917 f., W. Exner, Die Haus-industrien Österreichs, Wien 1890, G. Lauböck, Die holzverarbeitende Haus-industrie Österreichs, Wien 1900. Bedenklich wird es aber, wenn ebenso nebendem Hinweis auf die Arbeit G. Folk- Stoj, Eine Wiener Spielzeugsammlung( Mittbl. d. Museen Österr., 5. Jg. Wien 1956, S. 154 ff.) auch das hier wohl pri-mär anzuführen gewesene, bereits oben zitierte Werk von Kaut fehlt, das zudemüber 100 Einzelstücke aus der Sammlung Folk- Stoj abgebildet hat und in demauch Fr. Gabriele Folk- Stoj in einem eigenen Aufsatz zu Wort kommt.
Somit eine den ersten Bänden der Reihe keineswegs adäquate Fortsetzung.Michael Martischnig
Anneliese Röck, Abenteuer vor der Haustür. Drei Kinder ent-decken Oberösterreich. 224 Seiten, mit Zeichnungen von RudolfNemec. Linz 1975, Oberösterreichischer Landesverlag.$ 98,-.
Oberösterreich hat sehr viele, gut geführte Heimathäuser und Ortsmuseen,auch so manche Spezialmuseen, und Höfe, die als Freilichtmuseen geführt wer-den. Um der Laienwelt und vor allem den Kindern einen Zugang dazu zu ver-schaffen, hat Anneliese Röck dieses nette Buch geschrieben, mit einer kleinenErzählhandlung: Eine Münchner Kusine kommt zu ihren Linzer Verwandtenzu Besuch, und diese zeigen nun dem Gast und den eigenen Kindern das Landob der Enns in seiner Vielfalt und nicht zuletzt mit seinen Museen. Das ist ineiner großen Anzahl kleiner Kapitel nett heruntererzählt, mit Hinweisen auf diewichtigsten Sammlungen und ihre bedeutsamsten Stücke. Das Motto ist offenbar,, nur nicht schulmäßig, es handelt sich doch sowieso um eine interessante Story".Ob man den Kindern die durchaus nicht so einfachen Verhältnisse landschaftlich-historischer und volkskundlicher Art auf diese Weise schmackhaft machen kann,weiß ich nicht. Aber der Versuch ist jedenfalls zu begrüßen. Die mehrfacheWarnung, nicht mit den Fingern zu besichtigen", ist immer angebracht, nichtnur in oberösterreichischen Heimatmuseen. Ähnliche durchaus richtige Bemer-kungen sind geschickt in den Text eingeflochten. Was sie helfen mögen, vermagwohl nur ein Testverfahren zu ergründen, wenn man so etwas in den Heimat-museen durchführen könnte.
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