mene Auswahlsammlungen mehr volkstümlichen Charakters von StankPrek) und Marija Makarovič²) hinaus auch wissenschaftliche Geltungbeanspruchen kann. E. Bojc schließt immerhin eine auffallend rege Sammel-tätigkeit dieser Kleinformen der sogenannten„ Volksdichtung" bei unserenslowenischen Nachbarn ab, die vor mehr als hundertdreißig Jahren mit AntonKrempel³)( Zeitung„ Novice" 1846, 1847/48), ferner mit dem Gailtaler Slo-wenen Matija Majar( 1848), für die Kärntner Slowenen auch mit V. Kur-nik( 1852, 1854, 1855) und mit J. Bilc 1857 begonnen hatte. E. Bojcbietet S. 17-21 eine willkommene, auch entfernt und sehr verstreut Erschienenesüber Sprichwort und Redensart der Slowenen erfassende Bibliographie. Dabeisind aber auch noch früher schon angelegte, allerdings nur handschriftlich erhal-tene Sammlungen berücksichtigt wie die„ Krainerischen Sprichwörter"( Kranjskipregovori; Adagia carniolica) von J. Mihelič( 1780) oder jene Sammlungvon 460 Sprichwörtern, die M. Pleteršnik in zwei Handschriftbänden fürdas volkskundlich reichhaltige„ Slowenisch- deutsche Wörterbuch" gesammelthatte, das dann von Fürstbischof Anton Alois Wolf gefördert 1894/95 erschei-nen konnte 4). Natürlich hat E. Boje auch die in den viel früheren Wörter-büchern und in den slowenischen Predigt- wie Erbauungsbüchern der Reforma-tionszeit vom mittleren 16. Jahrhundert an enthaltenen beachtet. Demgemäßvermag er in seiner Einleitung( S. 7-16) eine Art Forschungsgeschichte zugeben; damit auch einen Versuch zur Psychologie der Gattung und einer kri-tischen Begründung des Wandels innerhalb des Sprichwort- und Redensarten-schatzes sowie der verschiedenen Anordnungsmöglichkeiten, ehe er die eigeneSammlung in XX Untergruppen nach Zeit und Mensch, Arbeit, Ruhe, Unter-haltung, Gesellschaft und Familie, Natur, Gegensätzlichkeiten, Recht, Wetterusw. aufgliedert. Ein recht gutes Sachregister erschließt S. 357-404 diese will-kommene Neu- Sammlung.Leopold Kretzenbacher
Maja Bošković- Stulli( Hrsg.) Kroatische Volksmärchen. Übersetztvon Wolfgang Eschker und Vladimir Milak. Reihe: Die Märchender Weltliteratur. Düsseldorf- Köln, Eugen Diederichs Verlag 1975. Geb.318 Seiten.
Die verdienstvolle Reihe„ Märchen der Weltliteratur", begründet vonFriedrich von der Leyen, herausgegeben von Kurt Schier und FelixKarlinger, hat im letzten Jahrzehnt mindestens in dreifacher Hinsichtgewonnen. Einmal dadurch, daß mehr und mehr auch zahlenmäßig kleinerenNationen jeweils ein voller Auswahlband gewidmet ist; dies im vollen Wissendarum, daß es selbstverständlich keine nationseigenen Märchen gibt; daß eth-nische Zuordnungen nur schwer und nur auf Grund von Namen, Sprachlich-Formalem und allenfalls aus besonderen Requisiten und Landschaftsbezügenerfolgen dürfen, ohne daß es absolut strenge Scheidungen gäbe. Zum andern,
1) St. Prek, Ljudska modrost- trden je most( etwa: Volkesweisheiteine starke Brücke). Maribor( Marburg/ Drau) 1972, 140 Seiten).
2) M. Makarovič, Pregovori- življenjske resnice( Sprichwörter- Lebens-wahrheiten). Ljubljana 1975, 208 Seiten.
3) Daß dieser Anton Kremp( e) 1 auch sonst eine Fundgrube für Volks-kundliches zumal im Bereich der historischen Untersteiermark bietet, kann manbequem aus dem Neudruck seines Werkes zu München, Verlag R. Trofenik,1974) entnehmen: A. Krempl, Dogodivšine štajerske zemlje. Z'posebnimpogledom na Slovence( Geschichte des Landes Steiermark. Mit besonderer Be-rücksichtigung der Slowenen). V'Gradci( Graz) 1845.
4) A. A. Wolf- M. Pleteršnik, Slovensko- nemški slovar. I, Ljubl-jana 1894; II, 1895.
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