Jahrgang 
78 (1975) / N.S. 29
Seite
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Abbildungen von exotischen Glossar ::: zum Glossareintrag  exotischen Masken in Missionszeitschriften angeregt wordenseien, sind zweifellos nicht uninteressant. Für manche andere Maskengruppenwerden sie auch zutreffen, für die Lötschentaler vermutlich nicht, da um 1860dort recht wenig an derartigen Zeitschriften bekanntgewesen sein dürfte. Dasheißt, daß Seeberger, ohne sich für eine allzuhoch angesetzte Altertümlichkeitdieser Masken zu entscheiden, die gegenwärtige Mode, die Roichtschäggätän"nicht mehr als hundert Jahre alt sein zu lassen, doch ablehnt. Da ist offenbarnoch nicht das letzte Wort gesprochen.

Für das schöne und, wie man sieht, auch inhaltsreiche Buch wird manbesonders im Alpenbereich sehr dankbar sein. Leopold Schmidt

Hannes Kopp, Erziehung im Wandel. Kindererziehung in den Jahrenum 1890 und 1970 im Spiegel je einer deutschschweizerischen Familien-zeitschrift. Aussagenanalyse und Interpretation(= Schriften der Schwei-zerischen Gesellschaft für Volkskunde, Bd. 55) Basel 1974. 344 Seiten( ver-vielfältigt). Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde, bzw. Kommis-sionsverlag Rudolf Habelt Bonn. sFr. 28,-.

Die Gegenwartsvolkskunde geht tastend an ihre Probleme, ja zunächstan ihre Materialien heran. Es stimmt, was Hannes Kopp hier einleitend schreibt:,, In den Aussagen der Massenkommunikation in Film, Schallplatte, Rundfunk,Fernsehen und in der Presse unseres und des vergangenen Jahrhunderts hat sicheine unermeßliche Fülle Stoffes angesammelt, welche sowohl der volkskund-lichen Gegenwartsforschung dienen, als auch die Brücke zur Vergangenheitschlagen kann"( S. 20 f.). Kopp versucht dies für sein Thema durch die Ana-lyse der Beiträge in den Zeitschriften Schweizerisches Familien- Wochenblatt"( um 1890) und Annabelle"( um 1970) zu tun. Ein fleißige Arbeit, die aus denan sich meist sehr unbedeutenden Beiträgen dieser Zeitschriften die jeweiligensachlichen Mitteilungen herauszuholen unternimmt. Freilich zeigt sich bald, daßman auf diese Weise nicht zu eigentlich volkskundlichen Ergebnissen kommt.Was die jeweiligen Redakteure über Fingerlutschen und Nägelbeißen schreiben,ist letztenendes für uns unwichtig. Und wenn sie mehr oder minder alltäglicheRatschläge über das Schenken zum Geburtstag oder zu Weihnachten geben,dann berührt das als recht unbedeutend, weil nicht in das tatsächliche Verhal-ten, wie es sich ja längst hat feststellen lassen, eingepaßt. Wenn wir die Zeitun-gen exzerpieren, interessiert uns nicht die Meinung der geschäftsmäßig abge-hetzten Redakteure, sondern nur die nüchterne Sachmitteilung. Selbst dieWerbeanzeigen für Geschenke zum Muttertag sind noch interessanter als dasGeschwätz der jeweiligen Spaltenbetreuer darüber.

Im ganzen also wohl ein Versuch, von der Seite der Massenmedien, indiesem Fall zweier vielgelesener Zeitschriften, in ein Thema der Gegenwart-volkskunde einzusteigen, aber ohne Kraft der Überzeugung, daß dies in dieserForm möglich oder gar notwendig sei.Leopold Schmidt

Edbin Bojc, Pregovori in reki na Slovenskem.( Sprichwörter undRedensarten im Slowenischen). Ljubljana, Državna založba Slovenije( Staatsverlag Slowenien) 1974. Geb. 407 Seiten.

Fast gleichzeitig mit dem großen, zweibändigen Werk Lexikon der sprich-wörtlichen Redensarten" von Lutz Röhrich( Freiburg i. B., 1973; RedaktionGertraud Meinel, den wichtigen Nachträgen hinzu von Leopold Schmidt( ÖZV XXVIII/ 1974, S. 81-130) und einer Sammlung türkischer Redens-arten" von Bedrye Atsiz und Hans- Joachim Kißling, Wiesbaden 1974( vgl. ÖZV XXIX/ 1975, S. 72 f.) erschien auch diese neue Sammlung von Sprich-wörtern und Redensarten der Slowenen, die über ebenfalls jüngst herausgekom-

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