für den in West- Berlin verbliebenen Teil des alten Berliner Volkskunde-museums beauftragt, und hat, zunächst ohne Museumsgebäude, zielstrebig da-für gesorgt, daß dieses Museum wieder eine zentrale Sammelstätte wurde.1964 schuf er aus alten und neuen Beständen die schöne Ausstellung„ Volks-kunst und Volkshandwerk" zur 75- Jahr- Feier des Museums. Als das Museumallmählich wieder ein Gebäude bekam, erstellte er eine wichtige Vorschau mitder Ausstellung„ Kostbares Volksgut aus dem Museum für Deutsche Volks-kunde Berlin" 1967. Kurz vor der Fertigstellung des neuen Gebäudes istPretzell, der sich theoretisch wie praktisch mit dem volkskundlichen Museal-wesen aufs fruchtbarste auseinandergesetzt hat, in den Ruhestand getreten.
Der Vereinsvorstand hat weiterhin beschlossen, die 1974 anläßlich des80jährigen Vereinsjubiläums gestiftete ,, Michael- Haberlandt- Me-daille für besondere Verdienste um die österreichische Volkskunde undnamentlich um den Verein und das Österreichische Museum für Volkskundeim Jahre 1975 an den Direktor des Oberösterreichischen Landesmuseums,wirkl. Hofrat Univ.- Prof. Dr. Franz Carl Lipp, und an den Direktor desÖsterreichischen Freilichtmuseums, wirkl. Hofrat Prof. Dr. Viktor HerbertPöttler, zu vergeben. Für den Beschluß war maßgebend, daß Franz Lippim Sinne der von Michael Haberlandt geprägten Tradition der österreichischenVolkskunde die volkskundliche Abteilung des Oberösterreichischen Landes-museums ausgebaut und in mehreren Buchveröffentlichungen ganze Sach-bereiche speziell der oberösterreichischen Volkskunst und Volkskultur( Bauern-möbel, Stuben, volkstümliches Glas, Volkstracht) erforscht und dargestellt hat.Viktor Pöttler wurde in Würdigung seiner außerordentlichen Leistungen fürdie Schaffung des Österreichischen Freilichtmuseums in Stübing mit derMichael- Haberlandt- Medaille ausgezeichnet.
Die Übergabe der Medaille erfolgte im Rahmen einer Feier anläßlichder Ausstellungseröffnung„ Volkstümlich bemaltes, geformtes, geschliffenesGlas" am 23. Mai 1975 in der Außenstelle Schloßmuseum Gobelsburg beiLangenlois des Österreichischen Museums für Volkskunde.
Im Anschluß an die Ordentliche Generalversammlung hielt vor einemfür die räumlichen Gegebenheiten des Österreichischen Museums für Volks-kunde nachgerade zu zahlreich erschienenen Publikum der Vizepräsident desVereines für Volkskunde, wirkl. Hofrat Univ.- Prof. Dr. Franz C. Lipp, einenallseits freundlichst aufgenommenen Vortrag mit Lichtbildern über das Thema, Volkstümliches Glas".
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Nach der Generalversammlung und dem Vortrag hatte der Verein wiein den Vorjahren eine Einladung zu einem geselligen Verweilen seiner Mit-glieder und Freunde in den Direktionsräumen des Österreichischen Museumsfür Volkskunde gegeben.Klaus Beitl
Ausstellungen des Österreichischen Museums für Volkskunde im Sommer 19751. Hauptgebäude( Wien VIII., Laudongasse 15-19)Außer der Gesamtaufstellung die Sonderschau
,, Volkstümliche Malerei auf Papier und Pergament"
2. Außenstelle I( Wien I., Johannesgasse 8, Ursulinenkloster)Tel.: 52 13 37
Sammlung Religiöse Volkskunst
( Nur bis Ende Juni jeden Mittwoch und Sonntag geöffnet)
3. Außenstelle II( Schloßmuseum Gobelsburg bei Langenlois, NÖ)
194
Tel.: 02734/24 22
a) Gesamtaufstellung„ Volkskunst in Österreich"
b) Sonderausstellung„ Volkstümlich geformtes, bemaltes, geschliffenes Glas"( Von Mai bis Oktober täglich außer Montag)