selreidn" 142), bestehend aus lotrechter Drehstange und horizontalemKesselträger mit verstellbarem Traghaken, der schwere Kessel zurKäse- und Schottenzubereitung über das Herdfeuer geschwenkt. Hierwerden auch die Speisen in irdenem Kochgeschirr auf dem„ Feuer-roẞ", einem verstellbaren eisernen Pfannenständer, zubereitet. In derWölbung des Kobelherdes ist eine eiserne Querstange eingemauert,auf der„, Selchstegn" 143), d. s. Fleisch- und Speckstücke, vor Osternund im Spätherbst(= die durch das Futter bedingten Schlachtter-mine) zum Rauchselchen hängen. Statt dessen ist es aber üblich ge-wesen, hier zusätzliches Geschirr an in der Höhe verstellbaren Hakenaufzuhängen 144), da es so nahe am Feuer noch recht heiß gewesenist; die Selchstücke sind dann von eigenen zusätzlichen Stangen ander Decke herabgebaumelt. Unter der mit herabhängenden Pechzöpfenübersäten Balkendecke, die von einem mächtigen Trambaum als Un-terzug getragen wird, ist vor der Feuerstätte ein aus waagrechten,stark ruẞgeschwärzten Hölzern bestehendes Stangengerüst, die soge-nannte„ Spanasn" 145), befestigt, worauf Leucht- und Einheizspänezum Trocknen aufgeschichtet sind. Ein an der Wand angebrachter„ Pfannenheber"(= Pfannenrem) hält eine ganze Garnitur verschie-dener Größen dieses unentbehrlichen Küchengerätes zur Verwendungbereit, das bei Gebrauch am Tisch auf die„ Pfannlappin", einemkleinen schwenkbaren Haltegerät, gestellt wird. Eine an drei Wänden( an der vierten befindet sich der Herd in voller Länge) umlaufende,0,4 m breite Bank, ein Kastl, verschiedenes Herd-, Küchen- undEssensgerät offen aufbewahrt an Wandansätzen und in Reme ver-vollständigen das einfache, aber zweckentsprechende Kücheninventar.Allgemein sei bemerkt, daß die Einrichtung dieses Kleinanwesensaufs Allerbescheidendste und Allernotwendigste beschränkt beibehal-
142) Von ,, reideln"= drehen Schmeller, Anm.( 16), II. Bd., Sp. 54.Auch ,, Kesselreiber" s. Ha berlandt, Anm.( 18), I. Teil, S. 88.
143) Von ,, selhen"= trocken machen[ Lexer, Anm.( 89), II. Bd., Sp. 866]und von„, steg"[ Schmeller, Anm.( 16), II. Bd., Sp. 741]. Dieser Ausdruck[ auch bei Fiala, Anm.( 35), S. 96 b] wurde sicherlich von der auch als„, Steg"bezeichneten Metallstange auf die Fleischstücke übertragen( denn Stück wäremundartlich stuk). Fiala, daselbst S. 96 a, kennt für dieses Geräucherte auchdie Bezeichnung„ Speckschneißen".
144) Nach Beobachtungen d. Aut. war im Gut„ Maiẞ”( Zulehen von Hinter-schrabach/ Hüttschlag) noch im Jahre 1972 auf dieser Stange ein zum Behälterauf der Kesselreidn zusätzlicher Kessel für Kochzwecke aufgehängt.
145) Von, âsen" Trage, Stütze[ Schmeller, Anm.( 16), Bd. I, Sp. 155].Vgl. Haberlandt, Anm.( 18), Bd. I, S. 8.
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