große Einheize, eine kleinere Öffnung( Rauchschacht) darüber undein unverschließbares Zugloch( wohl eines der anderen Rauch- undDampflöcher, die etwa beim Munkendörren 135) offenbleiben; heutedient es zur Rauchableitung des Küchensparofens) lassen die ursprüng-liche Lage rekonstruieren. Es ist geplant, nach Möglichkeit den ehe-maligen Bauzustand wiederherzustellen. Der etwa 1/2 m hohe Tisch-herd mit der darüber gewölbten Nische war als Feuerstätte seit derGründungszeit bis ins 18. Jahrhundert in allen Häusern so ausgerich-tet, daß er seine gedeckte Rückwand der Wetterseite zukehrte; damitwar auch von Ost bis Südost bis Süd die Möglichkeit der Belichtungder Nische von der Lukenseite her gegeben, wozu auch noch dieKobelwange teilweise ausgenommen wurde( im Kößlerhäusl die linke;dabei spielt aber hier auch die Bewegungsmöglichkeit der„ Kessel-reidn" eine Rolle). Schräg gegenüber in der Südost- Ecke stand derTisch, wo die Familie ihre Mahlzeiten einnahm und auf den von zweiweiteren, niedriger eingeschnittenen Luken volles Licht fiel. Soferndie Geländebeschaffenheit diese Anordnung nicht behinderte, war sieüberall im Tal erkennbar und wurde auf alte Überlieferung zurück-geführt 136).
Die ganz aus Steinplatten gesetzte Aufmauerung reicht bis nahean die Decke, stützt das halbrunde 137) Feuergewölbe ab und schütztzugleich den Herd vor zu starkem, feuerzerstörendem Luftzug. Unterder Krempe schlagen sich die Glühfunken der offenen Flammen ab,wodurch ein Funkenflug in den übrigen Raum verhindert wird und
135) munke f: nach E. Kranzmayer von altslaw. mōka= Mehl[ Lexer, Anm.( 120, S. 193: eine beliebte Speise aus Hafer- und Gerstenmehl].Fiala, Anm.( 35), S. 77 und 87: U. a, mit dem Wort„ munke" liegt das Groß-arltal östlich der wortgeographischen West- Ost- Grenze, auf die schon für eineAnzahl von ältesten Wörtern E. Kranzmayer anläßlich eines Vortrages in Salz-burg vor Jahren hingewiesen hatte. Diese Nord- Süd- Linie verläuft nach Kranz-mayer von Passau bis Villach.
Heute obwohl hier nicht mehr zubereitet, da die Speise sehr fett istwird das Munken- Gericht so beschrieben( H. Prasch, Eine Volkskunde Ober-kärntens, 1. Buch: Der schöpferische Bauer; Fleiß und Weisheit der Bäuerin.Spittal/ Drau 1965, S. 121):„ Wenn Gersten-, auch Bohnen- und Hafermehl mitWasser zu einem Teig vermengt, im Backofen geröstet und dann, getrocknet,dieser vor Genuß aufgebröselt wird, dann spricht man von der, Munkn❜. Siewird fein oder, stabig' in heiße Milch gerührt( Erg. d. Aut.: und aufkochengelassen und dann in eine Pfanne mit heißem Butterschmalz geschüttet) und mit, Muaser' gewendet." Dazu paßt die Bemerkung Vierthalers, Anm.( 42),II. Teil, S. 96 f.:„ Alle Speisen schwimmen in Schmalz: Was der Fremdlingkaum ohne Ekel sehen und nur der Pinzgauer durch Gewohnheit und Arbeitverdauen kann."
136) Vgl. auch bei Fiala, Anm.( 51 II), S. 22, und Fiala, Anm.( 35),Bildkassette Abb. Nr. 13.
137) Als Feuerhut war aber hier im Tal auch ein schirmartiges, lehm-beschlagenes Flechtwerk üblich.
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