Das ,, Denkmalgut Kößlerhäusl❞im Salzburger Großarltal
Von Michael Martischnig
Die rasche Umstrukturierung im ländlichen Raum ¹) bringt esmit sich, daß historisch gewachsene Bausubstanz immer öfter demo-liert wird, um Neuplanungen Platz zu machen²). Dieser Entwicklung ³)trägt das Land Salzburg und die volkskundliche Abteilung des Salz-burger Museums Carolino Augusteum insofern Rechnung, indem sieim Raum Großgmain die Errichtung eines Freilichtmuseums für bäuer-liche Volksarchitektur des ganzen Bundeslandes in Angriff genommen
1) Die Zusammensetzung der Bewohner eines Dorfes verschiebt sich immermehr zu Ungunsten des Anteiles der Bauern: Durch den allgemeinen Prozeß derArbeitsteilung und Rollenzersplitterung sind viele Tätigkeiten der Erhaltungeines Hofes an dazu spezialisierte Betriebe, insbesondere von Handwerk undHandel übernommen worden. Damit ergibt sich die interessante Feststellung,daß die absolute Zahl der landwirtschaftlichen Bevölkerung unter Berücksichti-gung dieser zu ihr in sozialökonomischer Bindung stehenden Berufsgruppen nurbeschränkt, die relative Zahl aber sehr stark abnimmt( um 1000 etwa 80 Prozent,zur Zeit ca. zwölf Prozent der Gesamtbevölkerung Österreichs in Land- undForstwirtschaft tätig). Vgl.: Egon Lend 1, Die jüngsten Wandlungen im Be-völkerungsbild des Landes Salzburg( Mitt. d. Ges. f. Sbg. Landeskunde, 92. Jg.,1952, S. 185-189). Derselbe, Wohnbevölkerung nach Wirtschaftsgruppen.Österreichischer Volkskundeatlas, 2. Lief., Wien 1965, Kommentarteil zu Karten-blatt 14/15.
2) In den letzten zehn Jahren ist mehr gebaut worden als in den übrigen65 Jahren unseres Jahrhunderts.„ Die Altformen der Bauernhöfe in ihren land-schaftlich so großartigen Ausprägungen zählen heute zu den gefährdetsten Gü-tern der volkstümlichen Sachkultur"( K. Conrad, Denkschrift„ SalzburgerFreilichtmuseum". In: Salzburger Museum Carolino Augusteum. Jahresschrift1972, Bd. 18, Salzburg 1973, S. 181). Aus den„ Ergebnissen der land- und forst-wirtschaftlichen Betriebszählung 1970, Landesheft Salzburg, hrg. Österr. Statisti-sches Zentralamt, Wien 1973: von den 12.629 Salzburger Landwirtschaftsbetriebenwird von 2806 angegeben, daß sie in den nächsten fünf Jahren Um- bzw. Neu-bauten planen.
3) Vgl. K. Conrad, Vom Bauen in der Landschaft. In: Das SalzburgerJahr 1964/65. Eine Kulturchronik. Salzburg 1964, ohne Seitenangabe. M. Mar-tischnig: Gestaltungsprobleme im ländlichen Raum. In: Haus und Hof inÖsterreichs Landschaft. Notring- Jahrbuch 1973, Wien 1972, S. 224–231.
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