anderen Teilen Jugoslawiens. Dazu treten die besonderen jugoslawischen Aspekteim vielstimmigen Konzert der Methodendiskussion zur„ Regional- Ethnologie"von gestern und heute: R. Kajmaković über Wohn- und Wirtschaftsbautenin der Semberija( NO- Bosnien)( 65-76); über interethnische Berührungen undEntwicklungen im Bereich der Hirtenregionen des südwestserbischen und süd-ostbosnischen Stari Vlah( P. Vlahović, 77-84); über„ Formen, Strukturund Charakter der gesellschaftlichen Dorfgemeinschaften in der Zeta", jener sofruchtbaren Niederung Süd- Montenegros bis zum Skutarisee hin( J. Vuk-manović, 85-90).- Auf Theorie und Methodenlehre zur Erfassung vonProblemen einer Gegenwarts- Volkskultur zwischen Tradition und Formen- wieFunktionswandel gehen je eine tschechische Arbeit von R. Jeěábek/ Brno-Brünn( 101-106) und eine polnische von J. Burszta/ Poznań- Posen( 107-119) ein. Dazu treten zwei kroatische Arbeiten von D. Rihtman-Auguštin( 121-127) und von ihrer Mitarbeiterin Z. Rajković( 129-134)über die so schwierigen Fragen zu Feldforschung und Dokumentation, zu denjeweils gesondert zu suchenden Erhebungsmethoden, zur Erfassung der Qualitäts-merkmale als Aufnahmekriterien, zumal auch der kaum je zufriedenstellendmöglichen Feststellung von qualitativer und quantitativer Teilhabe des Indi-viduums innerhalb jeder kulturtragenden Gemeinschaft, noch dazu in der Ver-wirrung und Nivellierung bewirkenden, jäh ansteigenden( nicht nur sozialen)Mobilität breitester Bevölkerungskreise. Hier ist geistig auch der( deutsch ge-schriebene) Beitrag des mit Atlasfragen der Volkskunde so erfolgreich befaßtenBudapesters J. Barabás angesiedelt über„ Innovationen und endogene Ent-wicklung"( 155-161) mit dem allzu berechtigten Klageruf über die Sucht deroft bedenklich wirklichkeitsfremden Diskutanten, immer neue Termini zuerfinden, die jegliches„ Vorverständnis" bei der bisher gebrauchten Fach-terminologie ablehnen und solcherart im definitorischen Übereifer„ in der ge-sellschaftlich- geschichtlichen Disziplin oft mehr Schaden als Gewinn" bringen,ja„, eher störend als orientierend" wirken. Dem muß man leider weitgehendzustimmen, wo so oft der„ neue" Terminus eben nur„ neu" ist, aber nichtschärfer umreißt. Allen Vortrags- Aufsätzen sind westsprachliche Zusammen-fassungen beigegeben. Auch ein Rezensionsteil unterrichtet über Neuerschei-nungen aus Jugoslawien, aber auch aus der BRD und aus Ungarn.
Leopold Kretzenbacher
Václav Frolec, Tradićní vinařství na Moravě( La viticulture tra-ditionelle en Moravie).( Opera Universitatis Purkynianae Brunensis, FacultasPhilosophica, Bd. 198), Brünn- Brno 1974. Geb. 256 Seiten, 233 Autotypien,zahlreiche Strichzeichnungen im Text, 4 Karten und Farbbildreproduktionenin Faltbeilage.
Václav Frolec, der sich seit rund 15 Jahren mit einer Fülle von Publika-tionen über Geräte und bäuerliche Wirtschaft, über Hausbau, Arbeitsorganisa-tion und Rechtsfragen, zumal auch solchen von Entstehung, Entwicklung undGegenwartsformen des Weinbaus in Mähren, aber auch mit Vergleichsausgriffenüber weitere westslawische, besonders slowakische Bereiche sowie mit Über-legungen zur Gerätetypologie( etwa des Rebmessers) einen guten Namen gemachthat, legt hier in reich dokumentierter und im allgemeinen auch gut, wenngleichnicht technisch einwandfrei bebildeter Ausstattung eine Zusammenfassung seinerbisherigen Forschungen vor. Sie umfaßt alle Erscheinungen einer- letztlichin ihrem ,, antiken" Bestande doch nicht beweisbaren- langen Geschichte diesesWirtschaftszweiges. Ausgehend von frühen Rebmesserfunden( Okluky, laténezeit-lich; römerzeitliches Stationslager von Mušoc, worüber kürzlich ZdenékMéřinský im Národopisny věstník československý 7/ 1-2, Brünn 1972, ge-
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