Jahrgang 
78 (1975) / N.S. 29
Seite
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der wird auch in einem eigenen Beitrag von Herbert Freudenthal hierdargestellt, wogegen Wilhelmine Jungraithmayr über den HamburgerMuseumsverein und seine Verlagstätigkeit für Museum und Seminar in denJahren von 1947 bis 1972 berichtet.

Als Bericht über eine ganze Epoche eines Institutes, das mit der Volks-kunde diese Zeit hindurch so eng verbunden war, also ein sehr bemerkenswerterBand.Leopold Schmidt

Märchen der Weltliteratur. Verlag Eugen Diederichs, Düsseldorf- Köln.

Neue Bände:

Leza Uffer,( Hg.), Rätoromanische Märchen. 286 Seiten. Düsseldorf/Köln 1973. DM 22,-.

Felix Karlinger und Gertrude Gréciano( Hg.), ProvenzalischeMärchen. Düsseldorf/ Köln 1974. 278 Seiten. DM 22,.

Ernst Ulrich Kratz( Hg.), Indonesische Märchen. 292 Seiten. Düssel-dorf/ Köln 1973.

Die berühmte Diederichs- Reihe ,, Märchen der Weltliteratur" wächst unterihren derzeitigen Leitern Kurt Schier und Felix Karlinger immer weiter, undman müßte sich eigentlich mit jedem Band eigens beschäftigen. Aber das istbei einer derart umfangreichen Produktion dieses Verlages und seiner Mitarbei-ter kaum möglich, so daß wir uns auf den kurzen Hinweis auf die schönenneuen Bände beschränken müssen.

Leza Uffer ist heute der bekannteste Kenner der Märchen der Räto-romanen in der Schweiz. Bände wie Rätoromanische Märchen und ihreErzähler"( Basel 1945) oder Die Märchen des Barba Plasch"( Zürich 1955)bezeugen seine unermüdliche Sammeltätigkeit. Erst vor kurzem hat er RobertWildhaber bei der Herausgabe des Diederichs- Bandes, Schweizer Volksmärchen"( 1971) unterstützt. Daß nunmehr in der gleichen Reihe ein eigener Band denRätoromanen gewidmet wird, geht vermutlich auf das bezeugbare Weiter-leben des Märchens gerade in diesen Hochgebirgslandschaften zurück. Es wer-den in diesem Band aber nicht nur Märchen aus Graubünden, aus der Vor-derrhein- Landschaft und aus dem Engadin geboten, sondern auch aus denladinischen Gebieten von Südtirol und aus Friaul. Viele der hier enthaltenenMärchen stehen schon in der berühmten Rätoromanischen Chrestomathie" vonDecurtins( 1901), sind aber hier zum ersten Mal ins Deutsche übertragen. Vieleandere Geschichten hat Uffer auf Tonband aufgenommen. Für Südtirol wurdein erster Linie die mehr als hundert Jahre alte Sammlung von Christian Schnel-ler, Märchen und Sagen aus Wälschtirol( Innsbruck 1867) herangezogen, aberauch die ,, Dolomitensagen" von Karl F. Wolff( 1939).

Die Provenzalischen Märchen" enthalten Stücke aus dereigentlichen Provence, aber auch aus dem weiteren Südfrankreich. Sprachlichist auch noch das Francoprovenzalische Gebiet miteingeschlossen. Die Märchenstammen aus allen bekannteren und unbekannteren Sammlungen wie etwaBladé, Joisten, Lalanne, Lambert, Meraville, Perbosc, Roche, Valmigère undmanchen anderen. Aber auch Tonbandaufnahmen von Karlinger findensich verwendet sowie Aufzeichnungen seiner Mitarbeiterinnen. Nicht wenigeGeschichten sind im Kern Sagen oder auch Volksbuch- Nacherzählungen, wasin der Heimat der Magelone nicht wundernimmt. Die immer erneuten Bemühun-gen von Felix Karlinger um das romanische Volkserzählgut haben auch in die-sem Fall ein schönes, gut lesbares Buch ergeben.

Der Großteil der Indonesischen Märchen" geht auf Aufzeich-nungen zurück, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg gemacht und veröffentlichtwurden. Die malaiischen Originalausgaben sind in weiteren Kreisen sicherlich

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