Bayerische Barockprediger. Ausgewählte Texte und Märlein bisher ziemlichunbekannter Skribenten des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts.Besorgt von Georg Lohmeyer. Vorwort von Abt Hugo Lang O. S. B. †266 Seiten, vier Farbtafeln. München( 1974), Süddeutscher Verlag.DM 25,-
Dieser Auswahlband aus bayerischen Barockpredigern ist zuerst 1961 er-schienen. Er war eine Vorwegnahme dessen, was Elfriede Moser- Rathdann in ihren» Predigtmärlein der Barockzeit"( Berlin 1964) hervorragend ediertund kommentiert bot. Die Auswahl von Lohmeyer hat auch eine Taschenbuch-Ausgabe erfahren: Geistliches Donnerwetter. Bayerische Barockpredigten(= DTV 460) München 1967. Nun liegt eine Art von Neudruck vor, eigentlichdas gleiche Buch, nur um ein hier sicherlich berechtigtes Kapitel„ KleineKunstgeschichte der Kanzel in Bayern" bereichert. Den erzählkundlichen Kom-mentar zu diesen Predigten muß man sich nach wie vor bei Elfriede Moser-Rath suchen. Die Bilder einiger schöner barocker Kanzeln sind diesmal in Far-ben wiedergegeben.Leopold Schmidt
Das Historische Museum als Aufgabe. Forschungen und Berichte aus demMuseum für Hamburgische Geschichte 1946-1972. Herausgegeben vonWilhelm Jungraithmayr(= Mitteilungen aus dem Museum fürHamburgische Geschichte, Bd. VI) 336 Seiten, XXX Tafeln. Hamburg 1972.Museum für Hamburgische Geschichte. DM 28,50.
Der inhaltsreiche Band ist eigentlich eine Festschrift zum 65. Geburtstagvon Walter Hävernick. Da der Jubilar ihn aber in dieser Form sozusagennicht haben wollte, wurde daraus dieser Arbeitsbericht, was den Vorteil hat,daß Hävernick selbst darin auch zu Wort kommen konnte, ja sogar die Ein-führung schrieb, welche auf diese etwas ausgefallenen Umstände näher eingeht.Der Kenner wird sich sagen: Man hätte sich gewundert, wenn es bei einerFestschrift für Hävernick anders zugegangen wäre.
Aber der Benützer hat ja zur Kenntnis zu nehmen, was der Band tat-sächlich bietet, und das ist für uns doch recht viel. Zunächst berichtet Häver-niyk über Rettung und Wiederaufbau seines Museums nach dem ZweitenWeltkrieg, wobei immer wieder der Anschluß an das Wirken seines bedeutendenVorgängers, Otto Lauffer, zum Ausdruck kommt. Dann berichtet ReinhardSchindler über die Neugliederung des Museums nach dem Zweiten Welt-krieg. Von der Außenstelle„ Museum für Bergedorf und die Vierlande" be-richtet der bereits verstorbene Ludwig Uphoff. Hävernick gibt dann einestatistisch unterbaute Darstellung über Museumsbesuch und Museumsbesucherin Hamburg 1961-1970. Eine Karte schlüsselt das Einzugsgebiet des Museumsnoch auf. Dann folgen die Berichte der einzelnen wissenschaftlichen Abteilun-gen. Vom Bildarchiv berichtet Ulrich Bauche über die Hamburger Bilderdes Malers Georg Emanuel Opitz( 1775-1841), der bekanntlich auch vieleWiener Darstellungen geschaffen hat. Aus Bibliothek und Volksliedarchiv be-richtet Helmut Glagla über die beiden Einrichtungen, was besonders hin-sichtlich dieses Hamburgischen Volksliedarchives wichtig ist. Glagla hat vorkurzem interessante Texte daraus eigens veröffentlicht: Hamburg im platt-deutschen Drehorgellied des 19. Jahrhunderts( Mitteilungen aus dem Museumfür Hamburgische Geschichte, Neue Folge Bd. IX) Hamburg 1974. Hier klingtalso die Volkskunde als ein am Hamburger Museum eigens gepflegtes Fach an,worüber der Band ja sonst kaum Auskunft gibt. Aber Hävernick hat die Volks-kunde eben als Ordinarius an der Hamburger Universität betrieben, das machtsich hier offenbar bemerkbar. Das Verhältnis der beiden Institutionen zueinan-
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