Jahrgang 
78 (1975) / N.S. 29
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schitsch. Für die Volkskunde kommen die Lebensbilder zweier bedeutenderFrauen in Betracht, nämlich das von Hadwig Bertold,( 1887-1947) und vonJosefine Gartner( 1893-1968). Hadwig Bertold hat sich maßgeblich mitder Erforschung und Pflege der Tracht in Kärnten beschäftigt, und JosefineGartner war innig mit der Sammlung und Pflege des Volksliedes im Landeverbunden. Ihr mit Robert Geutebrück 1957 gemeinsam herausgegebenes Büch-lein Und der Wind verwahts Lab gehört zu den wichtigsten Volksliedsamm-lungen der Alpenländer in den vergangenen Jahrzehnten. Die schlichten, meistauf Würdigungen und Nachrufen beruhenden Schilderungen, denen je ein Porträtbeigegeben ist, bedeuten eine freundliche Bereicherung des allgemeinen Wissensum die geistig führenden Persönlichkeiten Kärntens auch auf unserem Gebiet.Leopold Schmidt

Oskar Moser, Das Bauernhaus und seine landschaftlicheEntwicklung in Kärnten(= Kärntner Museumsschriften Bd. 56)220 Seiten, mit 63 Fotos und Zeichnungen des Verfassers( insgesamt69 Abb.) Klagenfurt 1974, Verlag des Landesmuseums für Kärnten. S 180,-.Oskar Moser hat in mehr als dreißig Jahren in nicht weniger als mehr alsdreißig größeren und kleineren Abhandlungen dieses sein zentrales Thema be-arbeitet. Seit Rhamm und Bünker, Geramb und Haberlandt und den vielenlandschaftlichen Beiträgern, besonders Oswin Moro und Hans Kotzurek, sindFragen dieses Gebietes behandelt worden. Oskar Moser kennt diese sowie dieganze weitere, auch die vergleichende Literatur sehr genau und hat das Landimmer wieder durchwandert, immer wieder nach allen Einzelgebieten auchdurchphotographiert: Da mußte sich schließlich eine Gesamtdarstellung er-geben, die nun wohl keine Frage mehr offenläßt.

Die Darstellung des Bauernhauses in den Kärntner Hauslandschaften be-ginnt mit einem Überblick über die Bauweisen und ihrer geschichtlichen Ent-wicklung, soweit diese erschlossen ist. Da ist in einem ersten Hauptkapitel vonden Baustoffen und Bauweisen der Hauswände, in einem zweiten vom Dach-werk die Rede. Das nächste Hauptkapitel ist den Gebäudeanlagen und derInnengliederung des Wohnhauses" gewidmet, mit bevorzugter Behandlung derFeuerstätten. Von den Rauchstuben wird noch auf die Lauben ausgegriffen, wo-bei sich bei den Längslauben zeigt, daß es hier vielleicht noch offene Problemegibt. Dann folgt die schöne Darstellung der Wirtschaftsgebäude, von Ställenund Scheunen über die Kastenspeicher bis zu den Brunnen und Zäunen. Heu-harfen und Badstuben kommen nicht zu kurz. Nach der Darstellung der Gehöft-formen folgen schließlich die, Hauslandschaften".

Mit Mosers Buch erweist sich die Bauernhausforschung, von der heutenicht mehr allzuviel gesprochen wird, doch als lebendig. Seit den Werken vonAdalbert Klaar ist hierzulande keine so bedeutende, landschaftlich eingehende,aber überlandschaftliche Darstellung mehr erschienen wie diese. Hohe fachlicheAnerkennung ist dem Buch gewiß.Leopold Schmidt

Franz Braumann, Alpenländische Sagenreise. Spannende Geschich-ten aus Österreich, Bayern, Schweiz, Südtirol und Krain. 224 Seiten mit50 Illustrationen im Text von Herbert Friedl. Linz, 1974, Oberöster-reichischer Landesverlag.$ 98,-.

Der oberösterreichische Schriftsteller Franz Braumann hat offenbar eineVorliebe für die Volkserzählung. Er hat schon mehrere Bände mit Nacherzäh-lungen von Märchen und Sagen vorgelegt, so die Volksmärchen aus Öster-reich" 1953 und ,, Der verzauberte Schimmel. Seltsame Geschichten aus demAmseltal" 1961. Man kann diese volkstümlichen Nacherzählungen, zu Jugend-

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