ergebnis mit den Umwohnern der Sprachinsel hervor.- Franz Lipp berichtetüber„, Pferderennen, Ringelstechen und Faẞreiten auf einem oberösterreichischenLederranzen". Es handelt sich um einen seit langem im Besitz des Ober-österreichischen Landesmuseums befindlichen Gürtel, der deutlich Figureneines Ringstechens aufweist. Die Beziehung zu dem von Oskar Moser mehrfachbehandelten Gailtaler Kufenstechen liegt nahe, aber Lipp kann selbstverständ-lich auch auf bezeugte Mühlviertler Reitbräuche verwandten Charakters hin-weisen, und begreiflich machen, daß es sich bei dem Gürtel um den Preis füreinen Sieger in einem derartigen Reiten gehandelt haben könnte. Wenn manParallelen heranziehen will, könnte man etwa an Gmundner Majolikakrügelndenken, auf denen ein Türkenkopfrennen dargestellt ist, wie beispielsweise aufdem Stück unseres Museums Inv. Nr. 19.203. Elfriede Grabner gibtunter dem Titel„ Der Mensch als Arznei" interessante„ Alpenländische Belegezu einem Kärntner Schauermärlein". Da hat man doch lange Zeit geglaubt,daß die Apotheker jedes Jahr einen Menschen zu Medizinen aufarbeiten dürfen,wobei man rothaarige Mädchen für besonders gefährdet erachtete. Was daranmedizingeschichtliche Wirklichkeit gewesen sein mag, wird von Elfriede Grabnermit gewohnter Umsicht herausgearbeitet. Leopold Kretzenbacherbringt einen wichtigen Beitrag zur neueren Geschichte des alpenländischenVolksschauspielwesens:„ Sylvester Wietinger/ Metnitz und die Krise des Kärnt-ner Volksschauspiels zu Beginn des 20. Jahrhunderts". Die aktenmäßigen Belegegeben über das Verhältnis Wietingers zu dem bedeutenden, aber problemati-schen Förderer so mancher Volksschauspiele Eduard Stepan und seinen Verein,, Deutsche Heimat" Aufschluß. Karl Haiding hat ,, Ein Ennstaler Zeugniszum Schwert- und Reiftanz der Bergknappen" gefunden, das sich im wahrstenSinn des Wortes„ sehen lassen kann". Es handelt sich um die Bretter eines„ Gangls" vom Hof Angerer in Pürgschachen in der Obersteiermark, die inForm von Reiftänzern ausgesägt sind, und sich nun nach Abbruch des Gebäudesim Museum Trautenfels befinden. Ein schönes Gegenstück zu den Ganglbretternvom Pfeiferhaus bei Archkogel am Grundlsee( vgl. Schmidt, Volksmusik. 1974.Taf. 8). Haiding fügt den wertvollen Bildbeleg in die entsprechenden Zusammen-hänge der Schwert- und Reiftänze in der Steiermark ein.- Kurt Conradweist ,, Probleme der Scheunenforschung im Lande Salzburg" auf und geht damitden Spuren Oskar Mosers nach, der sich gerade dafür intensiv interessiert hat.-Franz Koschier endlich bringt einen schönen Beitrag zur Kärntner Kreuz-stickerei ,, Es ranken Blumen aus dem Herzen, es hüten Hirsch und Pfau". Dieschönen Kärntner Tischdecken und Weihkorbdecken werden hier systematischvorgestellt, wobei auch die vorzüglichen Stücke unseres Museums zur Geltunggebracht erscheinen. Man vergleiche dazu jetzt auch Klaus Beitl, Liebesgaben,1974, Taf. 41.
Der schöne Band bedeutet also wirklich eine Festschrift, und das nicht nurfür Oskar Moser, dem er gewidmet ist, sondern für die österreichische Volks-kunde selbst, die hier mit vorzüglichen Beiträgen repräsentiert erscheint.
Leopold Schmidt
Ida Weiß, Kärntner Lebensbilder III(= Kärntner Heimatleben( Band 18) 124 Seiten, mit 13 Aufnahmen, Klagenfurt 1974, Verlag desLandesmuseums für Kärnten. S 90,-.
In der bereits mehrfach hier besprochenen Serie ist nunmehr noch ein3. Band der„ Kärntner Lebensbilder" erschienen, der wieder in schlichter Formdas Leben und Wirken bedeutender Männer und Frauen Kärntens zu schildernunternimmt. Unter den solchermaßen Verlebendigten finden sich große Ge-lehrte wie Rudolf Egger, Karl Ginhart und Bruno Grimschitz, aber auch großeKünstler wie Franz Wiegele, Anton Kolig, Herbert Boeckl und Arnold Clement-
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