Jahrgang 
78 (1975) / N.S. 29
Seite
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und in Rezensionen niederschlug, die leider in Maria Kundegrabers Bibliographienicht zur Gänze erfaßt erscheinen, das hörte sich im Gespräch bei weitemschärfer und mitunter geradezu unversöhnlich an. Die österreichische Volks-kunde, die in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre zu einer beträchtlichenakademischen Geltung aufzusteigen begann, ist dadurch nicht gerade gefördertworden.

Man wird von einem liebevollen Gedenken, wie es Korens Geramb-Biographie darstellt, nicht verlangen, daß sie sich auf diese mitunter ja rechtschmerzhaften Züge unserer Forschungsgeschichte einläßt. Es muß hier nurdarauf aufmerksam gemacht werden, um die Spuren des tatsächlichen Lebens,die sich auch in das Werk Gerambs und seiner Zeitgenossen eingegrabenhaben, verständlich zu machen und in einer stärker objektiv orientierten Er-innerung zu erhalten.Leopold Schmidt

Walther Zitzenbacher, Zwischen Niederen Tauern und Nock-gebiet. 16 Seiten und 64 zum Teil farbige Tafeln. Innsbruck 1972,Pinguin Verlag. S 98,-.

Ein schmaler Bildband, der das stille hochalpine Gebiet vom steirischenEnnstal über die Niederen Tauern hin zum oberen Murtal und weiter bis zumNockgebiet an der Grenze von Kärnten eindrucksvoll erschließt. Die zum Teilsehr schönen Fotos geben vor allem die Landschaft mit ihren mächtigen Formenwieder, die Täler, in welche kleine Siedlungen eingeschmiegt sind, ein beträcht-licher Teil davon einstmals von Freising aus betreut. Die kleinen Städte Ober-wölz und Murau haben beeindruckende mittelalterliche Bauten erhalten.

Im engeren Sinn volkskundlich sind auch nicht wenige Bilder, vor allemaus dem oberen Murtal. Da gibt es den gewaltigen Murauer Samson", denaufschlußreichen Blick von der Stolzalpe auf den Preber hinüber, einen Ein-druck von der Murauer Leonhardi- Kirche. Dann in Krakauschatten einenhl. Isidor, den man angeblich als steirischen Herrgott" bezeichnet. Auch derSamson mit dem Schützenaufzug in Krakauebene ist festgehalten, und die hoch-gelegene Wallfahrt Schönanger bei St. Lambrecht. Dazwischen fallen Bilder vomEisschießen auf, von verschiedenen Bauernschlittenfahrten, das Buch zeigt rechtdeutlich, daß es sich um ein Gebiet mit langem Winter, mit viel Schnee handelt.Das Treiben am Maxlonimarkt in Niederwölz ist ebenso festgehalten wie dasFaschingrennen in Krakauebene. Kein eben anspruchsvolles Buch, aber zumAuffrischen von Erinnerungen ebenso geeignet wie als Anreiz, das Gebiet ein-mal zu durchwandern, womöglich mit einer gewissen volkskundlichen Vor-schulung, wofür es ja genügend Unterlagen in der steirischen Volkskunde gibt.Leopold Schmidt

Helmut Prasch, Vom Lurnfeld zum Tiroler Tor. Volksleben zwi-schen Teurnia und Aguntum. Spittal an der Drau 1974, Bezirksheimat-museum. 324 Seiten, mit zahlreichen Abb.

Helmut Prasch hat wieder eines seiner großformatigen Heimatbüchergestaltet, die den Einzellandschaften rings um Spittal gewidmet sind und auseiner großen Zahl kleiner und kleinster Beiträge bestehen, die womöglich alleheimatkundlichen Teilgebiete berühren möchten. Prasch sagt zu seiner Methodeselbst: Darum ist es ratsam, zur Erinnerung an das Überholte, Alte alles kurzund bündig, nicht wissenschaftlich verbreitert, aufzuschreiben, und noch besser,mit Sachgut und Bildern zu belegen."( S. 10). Das Sachgut sammelt Prasch inseinem Museum, die Bilder bietet er in reicher Fülle in seinen Büchern, alsoauch in dem vorliegenden.

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