Kenner Heinrich Weigl. Der Historiker Karl Gutkas hat den Beitrag,, Städte und Märkte im Raume Zwettl" beigesteuert. Von Christine Lauterstammt der im Zusammenhang mit ihrer Dissertation entstandene Beitrag„ DieLegenden des nordwestlichen Waldviertels." Auch der Beitrag von KarlMerinsky„ Zwettl und der Truppenübungsplatz Döllersheim" muß hiererwähnt werden, weil dieser„ Beitrag zur Zeitgeschichte Niederösterreichs"auch mit unserer Museumsgeschichte zu tun hat. Als die bäuerlichen Häuserim Bereich von Döllersheim geräumt wurden, konnte nämlich ein beachtlicherTeil des Inventars von unserem Museum geborgen werden( Inv. Nr. 44.341 bis44.420). An weiteren Beiträgen seien noch verzeichnet: Walter Pongratz,, Waldviertler Glas" und von Franz Trischler„ Dechant Alois Plesser, einHeimatforscher aus Leidenschaft". Besondere Hervorhebung verdient der Bei-trag von Josef Frank ,, Verborgene Kostbarkeiten" mit den schönen Auf-nahmen auch von Bildstöcken und Sonnwendbäumen, Haustüren und Schalen-steinen. Im ganzen also ein durchaus anregender Band.
Leopold Schmidt
Wast Fanderl, Schwanthaler- Krippen. Juhe! Viktori! DerEngel singt s'Glori. Fotos von Wilfrid Bahn müller. Miteinem Beitrag von Benno Ulm: Die Schwanthaler- Familie. 176 Seiten,mit 110 Fotos, davon 12 Farbtafeln. Noten zu den 25 alten Weihnachts- undKrippenliedern. Rosenheim 1974, Rosenheimer Verlagshaus Alfred Förg.S 284.40.
Die große Schwanthaler- Ausstellung in Reichersberg hat eine liebenswür-dige Nebenfrucht gezeitigt. Die aus der Schwanthaler- Familie stammenden Krip-penfiguren, vielen Interessenten offenbar erst durch diese Ausstellung bekanntgeworden, haben dazu angeregt, mit ihnen ein Krippenbuch zu machen, undzwar im wesentlichen dadurch, daß man den bekannten bayerischen Volks-liedsammler Fanderl Wastl dazubrachte, den Bildern Weihnachtslieder aus demgleichen, nämlich dem oberösterreichischen Bereich gegenüberzustellen. Dasergab sich nicht zuletzt dadurch, daß die Ausstellung auch die Krippe von Prambei Grieskirchen zeigte, die vorzügliche Musikantenfigürchen enthält, welchebei der Hochzeit zu Kana aufspielen. Diese Spieler von Orgel, Geige, Querflöteund Radleier können als durchaus lebensvolle Verkörperungen von Volksmusi-kanten des frühen 18. Jahrhunderts angesehen werden. Wenn in den Krippen-liedern so manche Hirtenmusikinstrumente erwähnt werden, dann läßt sich hiersicherlich ein gewisser geistiger Faden knüpfen. Benno Ulm hat seinen Beitragüber die Bildhauerfamilie Schwanthaler aus dem großen Katalog der Reichers-berger Ausstellung etwas verkürzt hier angeschlossen und um einige Mitteilun-gen zur Krippenkunst in Oberösterreich bereichert. Soweit stellt der sehr schönausgestattete Band also ein wertvolles Buch dar.
Es wäre freilich nicht unrichtig gewesen, wenn Fanderl Wastl zu denLiedern nicht nur ganz allgemein die Herkunft aus den großen Sammlungenvon Pailler, Klier, Schaller und Commenda angegeben hätte, sondern im Anhangeinen richtigen Herkunftsnachweis erbracht hätte. Da wären die Verbindungenzu den Flugblattdrucken auch deutlich geworden, die ja für Oberösterreich be-sonders gut erschlossen sind. Die große Anzahl von Weihnachtsliedern, die im18. Jahrhundert in Steyr und in Linz gedruckt wurden, hätte man also mit denzur gleichen Zeit entstandenen Krippen gut konfrontieren können. Dann wärevielleicht auch der Hinweis auf die Krippengeschichte bei Ulm etwas gegen-standsnäher ausgefallen. Seine Angaben über die Krippengeschichte gehen näm-lich leider auf die längst widerlegte Abhängigkeit der Krippen von mittelalter-lichen geistlichen Schauspielen ein, oder auch auf das Kindlwiegen, und beide
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