meldung zu besichtigen, Frottierwebereien, Teppichfabriken, aber auch privateFleckerlteppichweber, Strumpfwirkereien, Möbel- und Dekorstoffwebereien,Färbereien, Zwirnknopferzeugung. Die Palette reicht von Ein- Mann- Betriebenbis hin zu Fabriken mit mehr als hundert Beschäftigten, von zu Kleinbetriebengeschrumpften, ehemals bedeutenden Fabriken mit veraltetem Maschinen-park, bis hin zu den mit modernster Computertechnik ausgestatteten Werken.Besondere Beachtung gebührt alternativen oder experimentellen Projekten wieetwa der Textilwerkstatt„ Leben und Weben“ in Groß Siegharts, die auch undbesonders soziale Ziele verfolgt, oder etwa dem kreativen Atelier der Textil-designerin Vesna im Schloß Primmersdorf. Die„ Haarstubentour" ist einebesondere Spezialität. Eine Rundfahrt von etwa 35 Kilometern im Raum umLitschau, die auch mit dem Fahrrad bewältigt werden kann, führt unteranderem zu mehreren der inzwischen sehr selten gewordenen Brechelhäuselnoder Haarstuben, vom Laien überhaupt nicht als solche erkennbare Zeugnisseder früher allerorts im oberen Waldviertel gebräuchlichen Flachsverarbeitung,über die der Führer kurz aber prägnant informiert. Der Führer erlaubt aberauch ,, Seitensprünge“, beziehungsweise er regt geradezu dazu an, neben dentextilen Wegen auch die anderen Kostbarkeiten klassischer, historischer Wald-viertler Wirtschaftszweige nicht zu vergessen. Da gibt es Steinbrüche und Glas-hütten, Hammerschmieden und Papiermühlen, Torfstiche und Bleikristall-schleifereien. Nicht zu vergessen sind auch Heimathäuser und regionaleMuseen, die vielfach mehr zu bieten haben, als ihr Image gewöhnlich glaubenmacht. Das Glas- und Steinmuseum in Gmünd etwa, das Moor- und Torf-museum in Heidenreichstein, das Aussiedlermuseum in Allentsteig, oder dieFreilichtmuseen Naturpark Blockheide mit seinen geologischen Besonderhei-ten und einem Granitbearbeitungslehrpfad, und der Naturpark Nordwald miteinem der letzten Hochmoore Mitteleuropas. Das Buch lädt aber auch zu Aus-flügen in die angrenzenden Regionen des südlichen und östlichen Waldviertels,des Mühlviertels und Südböhmens ein, die mit der Wirtschaftsgeschichte derOrte der Waldviertler Textilstraße verknüpft sind.
Der Führer ist optisch sehr hübsch gestaltet, übersichtlich, mit vielen kleinenKarten versehen, die die Orientierung erleichtern, und kleinen aber feinenFotos, die den Blick aufs Wesentliche lenken. Symbole für die verschiedenenArten der Attraktionen strukturieren ebenfalls den Inhalt. Ein Serviceteil imAnhang informiert über Museen und Sammlungen im Einzugsbereich der Tex-tilstraße, über Betriebe mit Besichtigungsmöglichkeit, textiles Kunsthandwerk,Anreise, Kost und Quartier, Touristeninformation- Kontaktadressen, ausge-wählte Literatur, Fachausdrücke und enthält auch ein alphabetisches Ortsver-zeichnis. Neben der intelligenten Einleitung, die die Waldviertler Textilindu-strie ,, in den Über- Blick nimmt“, zeugen auch die Texte zu den einzelnen Sta-tionen der Waldviertler Textilstraße von der Kenntnis und dem Engagementder Autorin für ihr Sachgebiet. Die Kriterien für die Aufnahme einzelner Be-triebe in den Reiseführer oder deren Übergehung hätten den Leser allerdingsvielleicht interessiert, da etwa die große Webwarenfabrik Baumann in Gmündnur in einem Nebensatz aufscheint, oder die zwar nicht mehr in Betrieb befind-lichen, aber doch von der Fabriksanlage und-geschichte her interessanten
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