Jahrgang 
93 (1990) / N.S. 44
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verschiedenartige lokale Benennungen sind nicht aufgenommen worden.Die Fachsprache soll einheitlich sein und auf die wichtigsten Begriffe reduziertbleiben( S. 1).

In der Tat hat man sich dabei sowohl in der Aufnahme einschlägiger Terminiwie auch in deren Glossierung spartanisch zurückgehalten, und die wenigen beidiesem ,, Expertengespräch" anwesenden Vertreter der volkskundlichen histori-schen, Hausforschung" im eigentlichen Sinne scheinen kaum berücksichtigtworden zu sein. Dennoch fallen auf den ersten Blick manche bedenklicheReduktionen aus einer weiteren Sicht ins Auge, die selbst reine Fachwerkexper-ten( unter denen erfreulicherweise diesmal auch solche aus Ostdeutschlandvertreten waren) verspüren dürften: So fehlen mir etwa die Stichwörter, Nagel"und Nagelung, Schwellenriegel, Gebindebau neben Gebinde, Rah-menbau und Blockbau neben Blockstube; erfreulich ist die Durchsetzungvon ,, Ständerbohlenbau" für das Deutsche, wenig sagend, vielleicht sogar unge-nau Gerüst, Unterzug u. a. Bedenken hätte ich angemeldet gegen dasLemma Schere im Sinne bloß von gekreuzten Streben, weil dieses auchsonst vielfältig als konstruktives Prinzip z. B. bei Dachgerüsten und Dach-sparren vorkommt( Fig. 31). Sehr zu begrüßen sind die beigefügten undanschaulichen Zeichenskizzen verschiedener Autoren, die man freilich auchalle in der Literaturliste finden sollte( H. E. Mennemann, E. Huxhold, J. Ehl-beck, R. Hättich, M. Ritter). Dennoch möchte man als Benützer dieses Fach-wörter- Verzeichnisses für den Fachwerkbau der Absicht seines Herausgeberszustimmen, wenn er einleitend meint: Weiterhin muß der denotative Gehaltdieser( hier zusammengestellten) Grundbegriffe vereinbart werden. DieseReduktion der Einzelformen( im Baugefüge) auf eine normative Grundform(!)birgt keine Einschränkung in sich. Es ermöglicht vielmehr gerade durch dienotwendige Relativierung der regionalen Formen in Bezug auf die erstellteTerminologie eine überregionale Diskussion auf der Grundlage einer ungleichgenaueren und sehr viel zuverlässigeren Beschreibung( S. 1).

Oskar Moser

Ludwig Kren, Heimat Gottschee. Weilheim, Oberbayern, Eigenverlagder Gottscheer Landsmannschaft in Deutschland( D- 8120, Weilheim, Aka-zienstraße 7), 1990, 40 Seiten, 2 Karten, Abbildungen.

Die Gottscheer Landsmannschaft in Deutschland hat sich entschlossen, mitden Mitteln des ,, Kulturfonds Dr. Erich Petschauer" eine Schriftenreihe heraus-zugeben, in der verschiedene Beiträge zur Geschichte der ehemaligen Sprach-insel in Jugoslawien erscheinen sollen. Das erste Heft liegt vor- die bibliogra-phischen Angaben sind etwas unklar. Man findet darin einen geographischen,wirtschaftlichen und historischen Abriß des um 1330 aus Oberkärnten undOsttirol besiedelten Ländchens in Südkrain von Ludwig Kren. Die Kapitel:

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