Jahrgang 
93 (1990) / N.S. 44
Seite
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Rheinische Landeskunde, An der Elisabethkirche 25, D- 5300 Bonn; ElisabethHöhnen M. A., Steinbergerstraße 31, D- 5000 Köln 60. Mit dem Appell, dieZusammenarbeit mit Nachbardisziplinen( wie etwa Völkerkunde), einschlägi-gen Institutionen( Filmhochschulen) und Organisationen( für Österreich wurdeeine Kooperation mit der Kommission für Visuelle Anthropologie im Öster-reichischen Fachverband für Volkskunde vereinbart) zu intensivieren und demvon den Anwesenden- insbesondere den Studierenden( deren anschließendabgedruckte Stellungnahme den Bericht der beiden unterzeichneten Tagungs-organisatoren ergänzen soll)- geäußerten Wunsch nach MEHR FILM schloßdie Salzburger Arbeitstagung, die mit einem geselligen Beisammensein ihrenAusklang fand.

Olaf BockhornUlrike Kammerhofer

Wenn die Bilder doch endlich laufen lernen dürften..

Anmerkungen zu einer Arbeitstagung über den volkskundlichen Film

Zwei ältere Herren brechen einen Stein aus dem Kalk und machen sich mitHammer und Meißel an die Arbeit. Wissenschaftlich auf Film gebannt nenntsich das Werksteingewinnung im Steinbruch. Ca. 30 Minuten Geklopfe, amEnde erahnt man das Produkt, einen Steinquader. Der Erkenntniswert istgering, groß ist nur die Menge der offen gebliebenen Fragen.

Das ist ein Beispiel dafür, welche Streifen bei der Arbeitstagung zum volks-kundlichen Film³) geboten wurden. Mitunter glaubte man sich aus dem Video-zeitalter in die fünfziger Jahre zurückversetzt: Die Vorstellung, wiewissenschaftlicher Film auszusehen hat, nämlich statisch und langweilig, scheintnoch immer weit verbreitet. Die einstens erfolgte Reduktion des Films auf einreines Dauerpräparat von Bewegungsvorgängen") ist auch heute noch nichtüberwunden.

Wir, ein studentisches Dreier- Team aus Graz, die wir auf der Tagung ein14minütiges Video zur Grazer Bezirksausstellung ,, Waltendorf/ RiesGeschichte und Alltag" zeigten, waren zunächst erstaunt und dann zunehmendenttäuscht über so wenig Innovationsfreude in einem Genre, das gerade für dieVolkskunde als Transportmittel und Arbeitsbehelf eine wichtige Rolle spielenmüßte. Hatten wir anfangs noch ein flaues Gefühl, ob unser Erstling" wohlauf milde Beurteilung durch das p. t. Fachpublikum stoßen würde, konnten wirnach der Präsentation überraschend viel Lob entgegennehmen. Natürlich warheftig diskutiert worden: Ist das wissenschaftlich? Ist das noch volkskundlich?Man hörte förmlich den Kalk rieseln, als Jeff Beck mit scharfen Gitarrenriffs

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