,, Brauch und Fest im Wandel".
Arbeitstagung der Kommission für den volkskundlichen Film in der DeutschenGesellschaft für Volkskunde in Salzburg
Auf Initiative von Rolf- Wilhelm Brednich und Edmund Ballhaus hatten sichim Februar 1988 am volkskundlichen wissenschaftlichen Film Interessierte inReinhausen bei Göttingen zu einer ersten Arbeitstagung getroffen, in derenVerlauf die Kommission reaktiviert und Ingeborg Weber- Kellermann zur Vor-sitzenden gewählt wurde. Die Geschäftsführung übernahm Edmund Ballhaus( vgl. den Bericht von Franz Grieshofer in ÖZV 1988/2, S. 205 f.). Dort warauch vorgeschlagen worden, das nächste Treffen in Österreich, nach Möglich-keit in der Stadt Salzburg zu organisieren. Die prinzipielle Bereitschaft und diein der Folge vereinbarte Zusammenarbeit des Österreichischen Fachverbandesfür Volkskunde mit dem Salzburger Landesinstitut für Volkskunde ermöglich-ten es, bei der Kommissionssitzung, die während des 27. Deutschen Volks-kunde- Kongresses im Frühherbst 1989 in Göttingen stattfand, eine offizielleEinladung auszusprechen und den Termin( Mitte November 1990) zu fixieren.Das Thema wurde mit„ Brauch und Fest im Wandel" umrissen; auch Wortbei-träge und ein erweitertes Filmangebot sollten möglich sein. Im März diesesJahres wurde die Veranstaltung in den„, dgv- Informationen“ sowie im Nachrich-tenblatt, Volkskunde in Österreich" angekündigt und um Anmeldungenersucht. Deren Zahl blieb allerdings gering; vor allem das weitgehende Des-interesse aus dem Hochschul- und Museumsbereich, aber auch von Seiten dersogenannten„, angewandten Volkskunde" nimmt doch einigermaßen Wunder.So traf sich denn nur eine kleine Gruppe von knapp 25 Personen aus der BRDund Österreich zu dieser 2. Arbeitstagung, die vom 15.- 18. November 1990 imBildungshaus St. Virgil in Salzburg- Aigen stattfand und die vom Bundesmini-steriuim für Wissenschaft und Forschung und der Kodak Ges.m.b.H. Wienfinanziell unterstützt wurde.
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In ihrem Eröffnungsreferat( das ebenso wie der Vortrag von Franz Gries-hofer am Abend des 16. 11. als öffentliche Veranstaltung angekündigt wordenwar) beschäftigte sich Ingeborg Weber- Kellermann, Marburg, mit der„, Gestikbeim Hochzeitsmahl im rumänischen Banat“. Nach einer kurzen theoretischenEinleitung in die Brauchforschung analysierte die Vortragende die Verhaltens-codes der Beteiligten an einer Hochzeit in einem deutschsprachigen Dorfanfangs der siebziger Jahre, wobei die nicht für eine Veröffentlichungbestimmten Filmaufnahmen insbesondere als Mittel zur Brauchanalyse ver-wendet wurden. Ausgewählte Beispiele veranschaulichten die diesbezüglicheBedeutung begleitender und umfassender filmischer Dokumentation. Dernächste Tag begann mit den Ausführungen von Walter Dehnert, Marburg, zumQuellenwert von volkskundlichen Brauchfilmen", wobei die Notwendigkeiteingehender Quellenkritik betont und der Standpunkt vertreten wurde, daßwissenschaftliche Filme einen Beitrag zur Erklärung kultureller Prozesse leistensollten( was bei vielen vom Autor untersuchten Beispielen nicht zu registrierenwar). Edmund Ballhaus, Göttingen, zeigte und kommentierte anschließendden in Eigenregie produzierten Videofilm„ Erinnern und vergessen. Kalefeldein Dorf feiert sein 1100jähriges Jubiläum", dessen Thema im Zusammen-hang
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