Leander Petzoldt sprach über das„ Universum der Dämonen", wobei er dieZusammenhänge zwischen gelehrten Dämonologien, dem Volksglauben undder Volkserzählung beleuchtete. Die weiteren Themen waren Ignaz V. Zin-gerle als Verfasser von volkstümlichen Erzählungen( Helga Rogenhofer- Suit-ner, Fieberbrunn), die Tradition und die gegenwärtige Methode der Erzählfor-schung in Flandern( Stefaan Top), der gestiefelte Kater als„ sympathischerBetrüger"( Hans- Jörg Uther, Göttingen) und„ Der losgebundene Fuchs. Er-lösung und Wandlung der Hexe in alpinen Sagen“( Gotthilf Isler, Küsnacht),während Lutz Röhrich anhand von Bildern aus seinem reichen Archiv die Fragenach ,, Sage und Wahrzeichen“ aufwarf.
In der Schlußdiskussion wurde der Termin für das nächste Symposion auf derBrunnenburg auf den 17. bis 19. Oktober festgelegt. Als Thema wurden diegegenseitigen Einflüsse zwischen dem deutschen und dem italienischen Kultur-raum in der Volkserzählung und in der Erzählforschung gewählt. Stoffe wie dieVenediger oder die Landsknechte werden dabei ebenso in Betracht gezogenwerden, wie die grenzüberschreitende Wirkung der Märchensammlungen vonStraparola, Basile oder den Gebrüdern Grimm.
Nun liegt es an den Organisatoren Siegfried de Rachewiltz und LeanderPetzoldt, mit italienischen Fachkollegen Kontakt aufzunehmen, damit durchihre Teilnahme am Symposion dieses interessante und wichtige Thema bewäl-tigt werden kann.
Gottfried Kompatscher
Bericht vom 23. Internationalen Hafnerei- Symposium des Arbeitskreises fürKeramikforschung vom 14.- 19. 10. 1990 im Schwäbischen BildungszentrumIrsee bei Kaufbeuren
In ländlicher Abgeschiedenheit trafen sich im bestens ausgestatteten undgeführten Schwäbischen Bildungszentrum alte und neue Teilnehmer( ca. 60)des Arbeitskreises wieder zu einer intensiven„ keramischen Woche" mit The-men aus den unterschiedlichsten Forschungsgebieten. Erfreulich war, daß sichim Gegensatz zum etwas darniederliegenden Forschungsstand zur nachmittel-alterlichen Keramik in Bayerisch- Schwaben und im Vergleich zum Symposium1989 in Braunschweig eine Reihe jüngerer Museumsleiter eingefunden hatte,so daß auf längere Zeit gehofft werden darf, daß auch in dieser Region derKeramik vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit als bisher gewidmet wird.Die seit 1989 so grundlegend veränderte politische Situation hatte dazu geführt,daß die Zusammensetzung stärker von der früherer Symposien abwich. Sokonnten dieses Mal fünf Teilnehmer aus den neuen Bundesländern begrüßtwerden. Es ist zu hoffen, daß sich diese Kontakte verfestigen und zu gemein-samen Forschungsprojekten führen werden.
Der Eröffnungstag( 14. 10.) war vollständig mit Referaten angefüllt, derenerstes einem regionalen Schwerpunkt galt( W. Czysz:„ Ausgrabungen römi-
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