ergießenden Touristenströmen, bescherte der Ausstellung überaus gutenBesuch. Aber auch das einheimische Publikum zeigte sich, wie manche Eintra-gungen im Besucherbuch verraten, von den von der tschechoslowakischenVolkskultur so verschiedenen Hutobjekten angetan. Für das kommende Jahrbereitet das Ethnographische Museum Schloß Kittsee bereits die nächste öster-reichisch- tschechoslowakische Ausstellung vor. Diesmal steht der slowakischeKulturraum mit seiner überaus interessanten Hirtenkultur im Zentrum desInteresses. Es ist dies das erste Ausstellungsprojekt, das bereits im Entstehungs-prozeß von Wissenschaftlern beider Länder gemeinsam entwickelt wird. Eineselbstverständliche Kooperation, die bis vor kurzem nicht selbstverständlichsein durfte. Wir freuen uns darüber.
Margot Schindler
Bericht über das 18. Seminar für VolksmusikforschungDie Volksmusik ethnischer Gruppen in Österreich1.- 6. Oktober 1990
Burg Schlaining( Stadtschlaining, Burgenland)
Das 18. Seminar des Instituts für Volksmusikforschung war zum ersten Malausschließlich und ausführlich der„ Volksmusik ethnischer Gruppen in Öster-reich" gewidmet. Die Vielfalt in der Thematik war groß: BurgenländischeKroaten und Ungarn, Kärntner Slowenen, Juden und Roma in Österreich sowiedie fast assimilierte Gruppe der Trentiner in Vorarlberg kamen zur Sprache.
Mit Unterstützung des Amtes der Burgenländischen Landesregierung, desBurgenländischen Landesmuseums und des Burgenländischen Volksliedwerkeskonnte dieses Seminar im Rittersaal der Burg Schlaining in einer Atmosphäre,die von gegenseitiger Akzeptanz und menschlichem Näherkommen geprägtwar, stattfinden. Zu einem großen Teil referierten Angehörige der ethnischenGruppen selbst über ihre musikalischen Traditionen. Walter Deutsch, der dasSeminar vorbereitet und inhaltlich konzipiert hatte, konnte aufgrund einesUnfalls nicht persönlich anwesend sein. Als Stellvertreter übernahm sein Assi-stent Rudolf Pietsch die Leitung der Tagung. Im Rahmen der Eröffnung spracher über das 25jährige Bestehen des Instituts für Volksmusikforschung, berich-tete über die Inhalte der vorangegangenen, vor allem aber über die im Burgen-land abgehaltenen Seminare und betonte die Sensibilität des aktuellen Themasund dessen hohen Stellenwert auch in anderen wissenschaftlichen Disziplinen.Der Bürgermeister der Marktgemeinde Stadtschlaining, Viktor Binder, hieẞdie Teilnehmer willkommen, desgleichen Amtsrat Wolfgang Mayer für dasBurgenländische Landesmuseum in Vertretung von Hofrat Dr. Gerald Schlag.Wolfgang Suppan, der Leiter des Instituts für Musikethnologie an der Hoch-schule für Musik und darstellende Kunst in Graz, nahm die Gelegenheit wahr,über die neu eröffnete„ Pannonische Forschungsstelle" in Oberschützen zuberichten, die gemeinsam mit dem Nachbarland Ungarn aus Mitteln des Fondszur Förderung der wissenschaftlichen Forschung im pannonischen Raum
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