gen das bekannte Darstellungswerk von Hermann Phleps über den Blockbau( vor-nehmlich Zentraleuropas); er erweitert dies noch in Kapitel 4 über die vielen Detailsvon Schmuck und Zweck mit Einschluß vor allem der vielen verschiedenen Tür- undFenstergefüge samt Türschlössern und Beschlägen( S. 74–144).
Besonders begrüßen wird man aber auch die Behandlung der verschiedenen Gebäu-dekategorien nach ihrer Anlage und ihrem Funktionsgefüge von der nordischen Stofa( norweg. stova) bis zu Speicher und Scheune. Zumal hier auch streng historische Maß-stäbe nach dem Quellenmaterial angelegt wurden, so daß für die Frühgeschichte, so-weit sie durch Funde belegt ist, wie für das Mittelalter ein für ein europäisches Landwohl erstmalig erarbeitetes Gesamtbild dieser mittelalterlichen Denkmäler der Block-baukunst( norweg. laftekunst) entsteht. In seiner vorweggenommenen Übersicht wirddiesen ersten Band vor allem die kontinentale Bau- und Hausforschung schon in An-betracht der relativ schwer erreichbaren Denkmäler im fernen Norwegen mit großerBefriedigung und Dankbarkeit begrüßen und den weiteren Bänden dieser Monument-reihe zur Topographie der mittelalterlichen Blockwerkbauten Norwegens mit Span-nung entgegensehen. Diese sollen die Bauten – wie es Arne Berg vorhat- ,, hus forhus" also Denkmal für Denkmal, erfolgen und werden damit dem wichtigen Prinzipder Vollständigkeit mehr als bisher entsprechen.
Oskar Moser
Werner Welzig( Hrsg.), Katalog gedruckter deutschsprachigerkatholischer Predigtsammlungen. Unter Mitarbeit von Franz M.Eybl, Heinrich Kabas, Robert Pichl und Roswitha Woytek. 2 Bde.(= Österr. Aka-demie der Wissenschaften, phil.- hist. Kl. SB Bd. 430 und 484). Wien, Österr. Aka-demie der Wissenschaften, 1984 und 1987, 683 Seiten, 2 Beilagen und 920 Seiten.
Werner Welzig( Hrsg.) Lobrede. Katalog deutschsprachiger Heiligenpredigten inEinzeldrucken aus den Beständen der Stiftsbibliothek Klosterneuburg. Auf Grundder Vorarbeiten von Maria Kastl unter Mitwirkung von Heinrich Kabas und Ros-witha Woytek, mit einem Nachwort zur Amplifikation in der barocken Heiligenpre-digt(= Österr.Akademie der Wissenschaften, phil.- hist. Kl, SB Bd. 518). Wien,Österr. Akademie der Wissenschaften, 1989, 802 Seiten.
,, Les matières sont grandes, mais usées", sagte schon La Bruyère und zielte damitauf die grundlegende thematische Konstanz der Predigtliteratur, innerhalb der sich je-doch umso deutlicher Zeitbezug und Ortsumstände sowie jeweils die Persönlichkeitdes Kanzelredners mit dem spiegeln, was letztlich Werner Welzig als„ das Echo desLobenden“ herausstellt. In der Tat bietet alleine schon die gedruckte Predigtliteratureinen gewaltigen Quellenfundus als Gebrauchs- und Kasualliteratur auch für dieVolkskunde namentlich in der Barockzeit dar, mit der sich bisher nicht allzu viele, da-für aber engagierte Forscher wie Elfriede Moser- Rath, L. Kretzenbacher, J. Staber undandere etwa in Bayern und Österreich beschäftigt haben. Die Bedeutung geistlicherTextauslegung und Lobrede in der gewaltigen Masse von Predigtdrucken und-samm-
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