Jahrgang 
93 (1990) / N.S. 44
Seite
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tionen beläuft. Sie zählen jetzt für den Flachgau 445 gegenüber früher 3714 Objekten,davon die hochgestellten Zahlen für geplante Positionen; für den Tennengau 12 ge-genüber; für den Pongau 16° gegenüber 1111; für den Lungau 135 gegenüber 88 undfür den Pinzgau 15" gegenüber 12" wobei mehreres inzwischen bereits wieder in Ar-beit genommen wurde.

Man ersieht daraus das enorme Volumen der Neuzugänge und das hohe Maß an Be-mühungen, dieses bedeutende Unternehmen und von K. Conrad seit langen Jahrenvorbereitete Projekt zur Erhaltung ländlich- bäuerlicher Denkmäler zu vollenden. Dieeinzelnen Objekte sind nun bereits bei ihrer Bezeichnung auch nach Herkunft, Alter,Abtragungs- und Aufbaudaten genau angeführt und auch in der Beschreibung und Be-bilderung samt den beigegebenen Planzeichnungen sorgfältig revidiert. Man merkthier die gewissenhafte, um einen ständigen Fortschritt bemühte Obsorge des Verfas-sers. Mir fällt darum eine winzige Kleinigkeit sogar auf: Bei den schematischen Skiz-zen der Dachgerüste erscheint S. 36 statt des früheren Scherbalkendaches( nach A.Klaar) die Querschnittskizze des Pfettenstuhldaches"( nach O. Moser); sie ist hier je-doch nicht mit einem Pfettenstuhl, sondern nur mit einem Rähmstuhl angezeichnet,wogegen schon das Foto eines Pfettenstuhldaches aus 1751 vom Stadel aus Fanning-berg im Lungau auf derselben Seite spricht. Geändert und vermehrt sind auch die hüb-schen Farbtafeln und neu hinzugekommen ist ein botanisches Schlußkapitel von Wal-ter Strobl ,, Zur Pflanzenwelt des Freilichtmuseums( S. 142–149), das man sehr be-grüßen wird. Ein abschließendes Register der Fachausdrücke verweist auf die ent-sprechenden Erklärungen im Text des Führers, und eingefügt ist wiederum ein erwei-terter Übersichtsplan des Gesamtmuseums. Beibehalten wurden dagegen die Über-sichtsinformationen und die einführenden Abschnitte u. a. zur Geschichte, Planungund Gestaltung des Salzburger Freilichtmuseums sowie über die fachkundlichenGrundbegriffe und die Hauslandschaften des Landes Salzburg.

Das relativ spät in Angriff genommene Museumswerk dieses Landes gewinnt alsonach Umfang und Inhalt des mit großer Umsicht und fachlicher Kenntnis dargebote-nen Denkmalbestandes im Vergleich zu den übrigen Einrichtungen dieser Art inÖsterreich und Bayern beträchtlich an Bedeutung und Gewicht, das zeigt nicht zuletztdiese schöne Neuauflage seines Führers. Seine Erweiterung um rund ein Drittel anUmfang verrät jedoch zugleich, daß man dabei dessen Handlichkeit und praktischeVerwendbarkeit für den Museumsbesucher und Benützer nicht aus dem Auge verloren

hat.

Oskar Moser

Claus Ahrens, Frühe Holzkirchen im nördlichen Europa. MitBeiträgen von Hördur Agústsson, Arne Berg, Günther Binding, Håkon Christie, Er-la Bergendahl- Hohler, Lennart Karlsson, Erland Lagerlöf, Sue Margeson, Olaf Ol-sen, Patrick Périn, J. T. Smith, Gustaf Trotzig und Marian Ullén. Zur Ausstellungdes Helms- Museums, Hamburgisches Museum für Vor- und Frühgeschichte(=Veröffentlichung des Helms- Museums Nr. 39). Hamburg 1982, 644 Seiten, 10Farbtafeln und zahlreiche separat durchgezählte Pläne, Zeichnungen und Fotos.

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