auch zu leicht, um eines Bonmots willen, gesagt, wenn es erst geschrieben und ge-druckt vorliegt, zu scharf klingen. Wolfgang Brückner im persönlichen Gespräch ver-fügt jedoch über einen Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann.
Im Anschluß an diese Auszüge aus verschiedensten Publikationen findet sich dieBibliographie Brückners von 1954 bis 1990 sowie ein Anhang, der Auskunft gibt überAusstellungen, Tagungen und weitere ,, Drittmittelprojekte", welche Brückner veran-staltet bzw. durchgeführt hat, sowie ein Verzeichnis der bei ihm erarbeiteten Doktor-und Magisterarbeiten.
Fotografien zeigen ihn im Kreise von Freunden, Mitarbeitern und Studenten, die be-lehrende Gebärde des frühen Kindesalters kehrt mancherorts wieder. Ein Zeitungsfra-gebogen mit den üblichen eher phantasielosen Fragen zeigt dennoch Wolfgang Brück-ner, wie ihn die meisten kennen( vgl. auch die Laudatio von Christoph Daxelmüller.In: ÖZV XLIV/ 93, 1990, S. 226–233), wenn er die Arbeitswut als sein Laster bezeich-net, Fleiß und Ausdauer zu seinen Tugenden zählt, das Rauchen vehement ablehnt und„ Verleger“ als seinen Traumberuf angibt.
Und eine andere Stelle aus den„ Konfessionen“ weist wohl auf seine typische Le-benshaltung hin, wenn er schreibt:„ Da das Gelnhäuser Schwimmbad ohnehin nur auseinem Stück Kinzig bestand, trainierte ich im Sommer täglich auf dem Heimweg zumBahnhof an der zerstörten Brücke, indem ich ein Stück an der Müllerwiese gegen denStrom hochschwamm, in einer Badehose aus dem schwarzen Streifen einer brüchigenReichsfahne der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.“( S. 17)
Betrachtet man Brückners vielfältiges und umfangreiches Werk, das die Autorinnenin diesem Band zusammengefaßt und festgehalten haben, so kann man sich den zwarpoetischen, aber auch resignativen Worten Wolfgang Brückners, die er als Kommen-tar zum Bild der blind balancierenden Fortuna dem Buch vorangestellt hat, wohl nichtganz anschließen: ,, Bilder beschreiben die Wirklichkeit./ Worte suchen sie zu halten./Nichts bleibt bloẞ kurze Erinnerung.“ Man mag Brückner gegenüberstehen wie auchimmer, kann Kritik an ihm üben oder ihn gar zum Feindbild stilisieren, seine Arbeitensichern ihm seinen Platz als einer der wichtigsten und auch inspirierendsten Vertreterdes Faches Volkskunde nicht nur im deutschsprachigen Raum.
Eva Kaus el
Kurt Conrad, Führer durch das Salzburger Freilichtmuseum.Zweite, erweiterte Auflage. Mit einem Botanischen Anhang von Walter Strobl.(=Veröffentlichungen des Salzburger Freilichtmuseums, Band 2) Salzburg, MM- Ver-lag,( 1988). 152 Seiten, zahlreiche Fotos, Pläne und Marginalzeichnungen, 16 Farb-fotos.
Mit dem zügigen Ausbau des Salzburger Freilichtmuseums in Großgmain bei Salz-burg, das im Herbst 1984 eröffnet worden ist, legt nun Kurt Conrad zugleich mit seinerÜbergabe der Museumsdirektion seinen handlichen Museumsführer in der zweiten,überarbeiteten und wesentlich erweiterten Auflage vor. Dies betrifft die inzwischenneu errichteten Museumsbauten, deren Zahl sich heute bereits auf rund hundert Posi-
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