Literatur der Volkskunde
Ulrike Klotz, Brigitte Fidler( Bearb.), Sozialgeschichte regionalerKultur. Lebenslaufnotizen- Positionsbestimmungen- Bibliographie von Wolf-gang Brückner(= Veröffentlichungen zur Volkskunde und Kulturgeschichte, Bd.42). Würzburg 1990, 168 Seiten, Abb.
Rechtzeitig zum 60. Geburtstag des Würzburger Ordinarius erschien, bearbeitet vonzwei seiner Studentinnen, vorliegender Band, während die umfangreiche eigentlicheFestschrift bei der offiziellen universitären Feier zwar angekündigt und- in Form ei-ner ,, Loseblattsammlung"- dem Geehrten persönlich übergeben wurde, verzögert ist.
Eingeleitet von einer üppigen Fortuna und einem Foto des dreijährigen Brückner-knaben, der bereits lehrhaft den Zeigefinger erhebt – aus dem Hintergrund neidisch(?)bewundernd(?) beobachtet- gibt ein stichwortartiger Kurzartikel Auskunft über Le-ben und Wirken. Weitaus interessanter, amüsanter und lebendiger sind im Anschlußdaran jedoch die„ Bruchstücke von Konfessionen aus dem wissenschaftlichen und pu-blizistischen Oeuvre von Wolfgang Brückner“, die statt eines Lebenslaufes hier zumAbdruck gelangen. Wer könnte auch besser Auskunft geben über Wolfgang Brücknerals dieser selbst? Nie sparsam mit Kommentaren und Äußerungen zu biographischen,wissenschafts- und zeitgeschichtlichen Ereignissen, stand für diese Art der Darstel-lung ein reicher Fundus zur Verfügung. Seine Beobachtungen und Darlegungen rei-chen dabei von Kindheitserinnerungen über die Studienzeit in Frankfurt bei MathildeHain bis zu seinen stets wiederkehrenden Anmerkungen zu Österreich oder Reflexio-nen über den Universitätsbetrieb und das Selbstverständnis der Volkskunde. VieleKollegen, Projekte und fachliche Einrichtungen finden Erwähnung. Ein Namen-,Orts- und Sachregister gibt Auskunft darüber und gleichzeitig Einblick in die Vielfaltder angesprochenen Themen. Von Adorno( 7 Erwähnungen) reicht hierbei der Bogenüber Fachidioten, das Institut für Gegenwartsvolkskunde in Wien bis zu Radfahrt inItalien und Verösterreicherung; Hermann Bausinger und Tübingen kommen an jesechs Stellen vor, und Leopold Schmidt wird viermal erwähnt.
Brückner bezieht immer Position, nimmt Stellung- zum Ärger und zur Entrüstungder einen und zur( Schaden-) freude und Belustigung der anderen, aber Lauheit, Zu-rückhaltung und Heimlichkeit sind seine Sache nicht. Manches mag leicht, vielleicht
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