immer noch umstrittene Herkunftsfrage berichtet. Klug und übersichtlich werdendie Zeitströmungen analysiert und der Hintergrund der Frauenfeindlichkeit einer-seits und die Vorliebe für verspielte Erzählformen andererseits aufgedeckt.
Vor allem aber hat Lacarra sich bemüht, auf zahlreiche Paralleltexte oder ver-wandte Motive hinzuweisen; auf diese Weise erfährt der Leser auch die Querverbin-dungen alten Erzählgutes von Petrus Alfonsi angefangen über„ Calila e Dimna" biszu Juan Manuel.
Ebenso schafft die Herausgeberin durch zahlreiche Fußnoten einerseits und durchein eigenes, 20 Seiten umfassendes Glossar andererseits einen leichteren Zugang zuden altspanischen Texten dieses Erzählkomplexes. Es wäre nur zu wünschen, daßdie Geschichten auch in deutscher Übersetzung zugänglich wären; leider erscheintderlei heutzutage schneller auf japanisch.
Für die Erzählforschung ist diese Ausgabe jedenfalls wichtiger als jene allzu freie,die in Madrid vor einem Jahrzehnt erschienen ist.
Felix Karlinger
Elisabeth Schuster, Die Etymologie der niederösterreichischen Orts-namen. 1. Teil: Einleitung, Abkürzungsverzeichnisse, Ortsnamen von A bis E(= Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich, Reihe B). Wien, Vereinfür Landeskunde von Niederösterreich, 1989, 529 Seiten.
Elisabeth Bertol- Raffin und Peter Wiesinger, Die Ortsnamen des politi-schen Bezirkes Braunau am Inn( südliches Innviertel)(= Ortsna-menbuch des Landes Oberösterreich, hrsg. v. Peter Wiesinger, Band 1). Wien,Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1989, 186 Seiten, 32Karten.
Die Fortschritte und Erträge der neueren Wort- und Namenforschung in Verbin-dung mit der Areallinguistik( Mundartkunde) zeitigen Früchte, an denen nicht nurHistoriker und Landeskunde zusammen mit den Sprachwissenschaften im allgemei-nen, sondern auch die Kultur- und Siedlungsforschung sowie die Volkskunde imbesonderen interessiert sein müssen. Die vorgenannten beiden neuen Ortsnamen-bücher gehören in erster Reihe und schon als Nachschlagewerke hierher, auch wennsie beide noch nicht abgeschlossen sind und neue Reihen eröffnen, die jeweils aufeiner wesentlich breiteren Editionsbasis beruhen und angelegt sind. Die von Elisa-beth Schuster bearbeitete„ Etymologie der niederösterreichischen Ortsnamen“ istauf drei Bände geplant, die dann eine sehr wesentliche Ergänzung zu dem vorhande-nen achtbändigen„ Historischen Ortsnamenbuch“ von Niederösterreich von Hein-rich Weigl( St. Pölten 1976²) darstellen, weil letzteres zwar die Namenüberlieferungder historischen Quellen für Niederösterreich enthält, aber auf die sprachwissen-schaftliche Erläuterung und namentlich auf die Etymologie der Namen großteils ver-zichtet, ein Mangel, der von vielen Benützern zwangsläufig empfunden wird undsehr im Vordergrund steht. Das neue, jetzt mit seinem 1. Band erschienene und vonPeter Wiesinger betreute Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich soll das inmanchem unzulängliche„ Historische Ortsnamen- Lexikon" Oberösterreichs vonKonrad Schiffmann( 2 Bände, Linz 1935, Erg.- Band München u. Berlin[ 1940])
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