Jahrgang 
93 (1990) / N.S. 44
Seite
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lich bringt noch ein Abschnitt Die Textgestalt Anmerkungen zu Sprache und Stil,wobei auch Zitate im Originaldialekt geboten werden.

Quellennachweise, Ortsregister und eine Literaturauswahl schließen den reichhal-tigen Band ab.

Felix Karlinger

Felix Karlinger, Rumänische Legenden aus der mündlichen Tradition.Fragmentarische Skizzen und exemplarische Texte(= Studien zur rumänischenSprache und Literatur, H. 10). Salzburg, Institut für Romanistik, 1990, 160 Seiten,Abb.

Dieter Messner und Johann Pögl, die Herausgeber der Studien zur rumänischenSprache und Literatur, haben diesen Band ihrem Freund und Lehrer Felix Karlingerals Gabe zu seinem 70. Geburtstag dargebracht. Karlinger, der die Universität 1980verlassen hat, verfügt über wahrlich ungebrochene Schaffenskraft und-freude; bei-nahe 200 Arbeiten sind in diesen zehn Jahren entstanden, nicht zu reden von denunzähligen Rezensionen, auf die gerade unsere Zeitschrift immer wieder mit großerDankbarkeit zurückgreifen darf.

In seinem Vorwort nimmt der Autor Bezug auf die besonderen Gegebenheitender rumänischen mündlich überlieferten Legenden, so auf die sehr verschiedenartigeHerkunft einzelner Motive und Themenkomplexe, die zum Teil aus byzantinischenQuellen stammen, aber auch aus Italien, Griechenland oder Armenien übernommenwurden. Die Erzählungen wurden zu einem großen Teil von Felix Karlinger auf Feld-forschungsreisen, über die er immer wieder sehr anschaulich berichtet hat( z. B. AufMärchensuche im Balkan, Köln 1967; Märchentage auf Korsika: Geschichten undWandereindrücke, Köln 1984 u.a.m.), aufgenommen und stammen zum anderenTeil aus einem französischen Archiv.

Weltschöpfung- Legenden zum Alten Testament- Legenden zum Neuen Testa-ment Kanonische und apokryphe Heilige und Legendenmärchen sind die fünfObergruppen, in die Karlinger seine 36 Texte einordnet. Er bindet die Erzählungenein in die Schilderung der Erzählsituation, weist auf ähnliche Motive hin und verstehtes vortrefflich, den Sprachduktus des Erzählers anschaulich wiederzugeben. Manspürt die Sensibilität und Einfühlsamkeit, die es Felix Karlinger sicherlich immerwieder ermöglicht haben, mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt zu kom-men und deren Vertrauen, deren Freundschaft zu erwerben. Darüber hinaus ist esaber auch faszinierend, den reichen Erzählschatz eines Volkes kennenzulernen, dasgerade in diesen Tagen im Zentrum des öffentlichen Interesses steht und von demman eigentlich sehr wenig weiß.

Eva Kausel

Karl Manherz( Hrsg.), Beiträge zur Volkskunde der Ungarndeutschen,Band 7. Budapest, Lehrbuchverlag, 1988, 173 Seiten.

Erfreulich, daß nunmehr der 7. Band in der Reihe der Beiträge zur Volkskundeder Ungarndeutschen" erschienen ist. In einem hervorragenden Aufsatz behandeltBrigitte Bünker die Tätigkeit des Märchenforschers J. R. Bünker( 1863-1914) unduntersucht dessen grundlegende Arbeit( Schwänke, Sagen und Märchen in hean-

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