Jahrgang 
93 (1990) / N.S. 44
Seite
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griffe, die notwendig sind, um aus der Pflanze das fertige Leinen zu erzeugen. Dazustellt er mit schönen Bildern auch die jeweils notwendigen Geräte vor. Weitersstreicht er heraus, daß das Leinen in der Vergangenheit kein beliebiges Textil war,sondern Häuslichkeit und Wohlstand anzeigte. Es erfuhr demnach eine entspre-chende Veredelung durch Farbdruck und gestickte Auszier, deren Motivik auf dieFunktion verweist. Den Trachtenforscher interessiert vor allem auch das Phänomen,warum das Naturprodukt Leinen heute wieder einen so großen Stellenwert besitztund liefert dafür die Gründe. Neben den verschiedenen Leinenkleidern im Lebendes Menschen( Tauftracht, Trauerkleid) betont Lipp aber auch die Verwendung vonLeinen für Kultgewänder. Produkte aus Leinen, Volkskunst rund um das Leinen,traditionelle Kultur und Leinen( Mythen, Musik, Dichtung, Volkskunst, Zunftalter-tümer), Leinsamen und Leinöl in der Volksmedizin, Gastronomie und Wirtschaftlauten die weiteren Kapitelüberschriften, die insgesamt eine Fülle von Informatio-nen liefern und zudem durch die schönen Abbildungen auch einen optischen Genußbieten.

Franz Grieshofer

The Art of Textiles. An exhibition for sale by Spink and Son Ltd. at 5, 6, and7 King Street, St. James's London SW1Y6QS, 1989, 167 Seiten, 222 farbige Abbil-dungen.

Bei vorliegender Publikation handelt es sich um einen Ausstellungskatalog vonTextilien aus der ganzen Welt, die alle mit farbigen Fotos wiedergegeben sind. Mitder Darstellung von chinesischen und indischen Geweben beginnt der Katalog, esfolgt dann die Wiedergabe von Kaschmirschals und islamischen Textilien. ZumSchluß werden europäische Gewebe mit der Untergliederung nach dem Jahrhundertund teilweise nach Ländern gebracht. Europa ist vom 13. bis 20. Jahrhundert vertre-ten, doch überwiegen die chinesischen Exponate.

Eine kurze Einführung über die einzelnen zu behandelnden Länder ist am Anfangdes Kataloges gegeben. Die Unterschriften unter den Fotos erklären das Muster undgeben Herkunft, Datierung, Hinweise auf Sammlungen und Literatur an. Die tech-nischen Analysen der Gewebe mit den Fadenzahlen und der Farbauswertung sindauf einer besonderen Tabelle am Ende des Buches zusammengestellt, dadurch wirdder Leser nicht von dem schönen formalen Eindruck abgelenkt. Ein Literaturver-zeichnis, nach Ländern geordnet, ist ebenfalls vorhanden. Ich habe noch keinen sogut angelegten Katalog für eine Textilausstellung gesehen.

Es werden aber mit dieser Art der Zusammenstellung keine wissenschaftlichenThemen, außer der Zugehörigkeit zu den einzelnen Ländern, berücksichtigt, da essich um einen Verkaufskatalog handelt. Durch die Literaturangaben in den Unter-schriften ist aber eine Einordnung in einen größeren Zusammenhang nicht nur fürFachleute sehr bald möglich, und so kann der Katalog auch als Grundlage für wissen-schaftliche Arbeiten auf dem textilen Sektor dienen.

Inge Petrascheck- Heim

Niko Kuret, Praznično leto Slovencev.( Das festliche Jahr der Slowenen.)Starosvetne šege in navade od pomladi do zime.( Altehrwürdige Sittenund Gebräuche vom Frühling bis zum Winter.) 2 Bände, Ljubljana, Družina- Ver-lag, 1989, 621, 628 Seiten.

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