soweit sie Volkskunde und Ethnologie betreiben, zugemeint sein kann. EinenZugang zum Gegenstand der im übrigen hübsch und reich ausgestatteten Publikationsehe ich hier nicht.
Das Bienenwesen und die Imkerei samt allem, was daran hängt, ist ein ganzwesentlicher Teil in vielen Volkskulturen. Für Slowenien vermögen die hier zusam-mengetragenen Beiträge deren außergewöhnliche Verbreitung, historische Enwick-lung und ökonomische Geltung überzeugend aufzuzeigen, dennoch bleiben nochmanche zentrale Fragen und Kapitel dieses ansprechenden Gegenstandes der weite-ren Forschung erhalten, namentlich was die Betriebsweisen und das Imkerleben imbesonderen betrifft. Erfreulich ist indessen die wirtschaftsgeschichtliche Betrach-tung dieses für das Land offenbar lange Zeit entscheidenden Produktionszweiges.Das Buch schließt ein 418 Nummern enthaltender Katalog zur Ausstellung gleich-falls in beiden Sprachen ab, davon gehören fast 300 zu hier ausgestellten Bienen-stockbrettchen aus Slowenien. Diese erscheinen nach Motivgruppen zusammenge-ordnet, so daß man beispielsweise die besonders typische Job- Szene unter den ,, Hei-ligenlegenden"( Nr. 106 u. 107) schnell finden kann**).
Oskar Moser
Franz Carl Lipp, Vom Flachs zum Leinen. Linz, Agrolinz AgrarchemikalienGes.m.b.H., 1989, 67 Seiten, 81 Abb.
Die Jahresgaben der Chemie Linz( vormals Österreichische Stickstoffwerke,neuerdings Agrolinz Agrarchemikalien) besitzen bereits Tradition. Und so erschienpünktlich auch zum vergangenen Jahreswechsel wieder in gleicher Form und großzü-giger Ausstattung ein neuer Band. Und wieder ist es auch Franz C. Lipp, der für denInhalt verantwortlich zeichnet.
Nach den„ Ennser Schützenscheiben“( 1971), nach seinem Blick in ,, Die Welt derBauernmöbel"( 1979/80, 2. Aufl.), nach der Monographie über„ Die Ischler Kalẞß-Krippe"( 1983, 2. Aufl.) und nach der Jahresgabe„ Herzhafter Haustrunk Most"( 1988) legt er seinen 5. Band in dieser Reihe vor, der dem„ Flachs und Leinen"gewidmet ist. Er behandelt damit wieder ein zentrales Thema der Volkskunde undein eminent oberösterreichisches obendrein, wenn man bedenkt, daß für die 1682gegründete Linzer Wollzeugfabrik am Ende des 17. Jahrhunderts 45.376 Personenals Heimweber und Heimarbeiterinnen tätig waren. Ihre Heimat war größtenteilsdas Mühlviertel. Das Webereimuseum in Haslach und das Färbereimuseum in Gutaugeben davon Zeugnis.
Trotz des knappen Umfanges geht es Lipp um eine ganzheitliche Darstellung. Erbeginnt in bester Tradition mit der Etymologie von Flachs und„ Haar" und endet beider industriellen Leinenherstellung der Gegenwart. Er verfolgt jeden der 72 Hand-
*) Vgl. dazu Erwin Müller, Dialektausdrücke der alten Kärntner Imkersprache. In: Archivfür Bienenkunde 33, Lindau 1956, S. 1-6; derselbe, Der Carnica- Imker. Ein Bienenbuch fürAnfänger und Praktiker(= 2. Auflage des„ Kleinen Bienenbuches für Anfänger und Prakti-ker"). Stuttgart 1950.
**) Näheres dazu bei Leopold Kretzenbacher, Hiobs- Erinnerungen zwischen Donau undAdria. Bayer. Akademie d. Wissenschaften, Phil.- hist. Kl., Sitzungsber. Jg. 1987, Heft 1. Mün-chen 1987; Oskar Moser, Der Dulder Job( Hiob) in den Überlieferungen Kärntens. Zur neue-sten Untersuchung... durch L. Kretzenbacher. In: ÖZV XLII/ 91, 1988, S. 283-301.
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