Jahrgang 
93 (1990) / N.S. 44
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Den vorangegangenen Ausführungen ist also zu entnehmen, daß es noch eineZeitlang dauern wird, bis die technischen, organisatorischen und finanziellen Vor-aussetzungen zur Einführung eines gemeinsamen, die Bundesmuseen oder vielleichtsogar alle österreichischen Museen verbindenden EDV- Systems gegeben sein wer-den. Bei realistischer Betrachtung der Verhältnisse darf daran gezweifelt werden,daß es diese gemeinsame Lösung überhaupt je geben wird. Aus diesem Grund hatsich das Österreichische Museum für Volkskunde vorläufig für einen eigenen Wegentschieden und eine individuelle Lösung seiner Computer- Architektur gesucht undgefunden.

Hard- und Software- Ausstattung des

Österreichischen Museums für Volkskunde( ÖMV) unddes Instituts für Gegenwartsvolkskunde( IGV)

Das Österreichische Museum für Volkskunde und das Institut für Gegenwarts-volkskunde sind zur Zeit ausgestattet mit insgesamt 9 IBM- kompatiblen AT- bzw.XT- Personalcomputern 286 bzw. 386, mit dem Betriebssystem DOS, mit Arbeits-speichern von 640 kB bis 1 MB und einer Festplattenkapazität zwischen 20 und80 MB. Dazu gehören ein VGA- und zwei EGA- Farbbildschirme und sechs MGA-Monitore; ein Laserprinter, ein InkJet- Drucker, vier 24- Nadel- Drucker und zwei9- Nadel- Drucker komplettieren die Ausstattung. Die Anschaffungskosten für Hard-ware und Software belaufen sich auf ca. eine halbe Million Schilling, welche aus denlaufenden Budgets von ÖMV und IGV bestritten werden mußten.

Für das Institut für Gegenwartsvolkskunde wurde 1987 der erste PC angeschafft.Eine der dort beschäftigten Kolleginnen war als erste bereit, ins kalte Wasser zuspringen und sich der neuen Technik zu stellen. Insgesamt bestanden anfangs großeReserven innerhalb der Kollegenschaft gegen das neue Medium, welche einerseitswohl mit der angeblichen oder wirklichen Scheu der Geisteswissenschaftler vor tech-nischen Innovationen zusammenhängen mag und andererseits durch die mangelndeAusbildung zu begründen ist. Heutige Generationen wachsen mit dem Computer imKinderzimmer heran, aber keiner von uns hatte, als er im Museum mit den PC kon-frontiert wurde, eine wie immer geartete Computererfahrung geschweige denn-ausbildung. Gruppendynamisch entwickelte sich nun ein merkwürdiger, aber, wieich behaupten möchte, nicht unbeabsichtigter Prozeß. Der erste Computer wurdebestaunt, auch belächelt mancherseits, aber der einmal ins Haus gebrachte Bazillusbegann unmerklich zu wirken. Wären die PC den Mitarbeitern ,, verordnet" worden,hätte es sicher große Widerstände dagegen gegeben. Der Weg der sanften Geburt"brachte jedoch die besseren Ergebnisse. Heute arbeiten in unserem Haus siebenAkademiker und zwei Nichtakademiker mit PC.

Aber zurück zum IGV und dessen ersten EDV- unterstützten Projekt. Es handeltesich dabei um die Erstellung der Folge 17-19 der Österreichischen VolkskundlichenBibliographie¹5, welche seit 1965 in regelmäßigen Abständen vom ÖsterreichischenMuseum für Volkskunde herausgegeben wird. Eine Datenmenge von ca. 3000 Titelnpro Band, die bisher mit Hilfe von gewöhnlichen Karteikarten verwaltet wurde, konntemit Hilfe des PC viel rationeller bearbeitet werden. Nach anfänglichen Schwierigkei-ten bei der Erstellung des Programms, das auf die Erfordernisse der ÖVB( Öster-reichische Volkskundliche Bibliographie) unter Einbeziehung der Bedürfnisse derIVB( Internationale Volkskundliche Bibliographie), welche bis vor kurzem ihre

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