Mitteilung
Computereinsatz
in kulturhistorischen Museen.
Erfahrungsbericht aus der Arbeit amÖsterreichischen Museum für Volkskunde in Wien.
von Margot Schindler
Etwa seit den sechziger Jahren beschäftigt man sich im Fach Volkskunde mit derAnwendung der Datenverarbeitung als Hilfsmittel der Forschung, anfangs nur imBereich der Erzählforschung, wo man sich auf Erfahrungen der Linguisten stützenkonnte, später, Anfang der achtziger Jahre, auch im sozialwissenschaftlichen Feldund seit kurzem erst im Bereich objektorientierter Forschung¹. Zunehmend interes-siert die Kulturwissenschaft aber auch das Phänomen Computer als gesellschafts-prägender Faktor, vor allem in der Jugendkultur, aber auch in der Arbeitswelt².
Aus jüngerer Zeit liegt eine von Klaus Roth durchgeführte Studie über die Ver-wendung von PC in volkskundlichen Institutionen vor, die nach einer systematischenUmfrage erstmals gesicherte, flächendeckende Aussagen über den Einsatz von EDVim Fach Volkskunde ermöglicht³. Die Umfrage erfolgte im Sommer 1989 mittels Fra-gebogen bei 95 Universitätsinstituten, Forschungseinrichtungen und Archiven, grö-Beren kulturgeschichtlichen Museen mit volkskundlichen Abteilungen und größerenFreilichtmuseen im gesamten deutschsprachigen Raum( Bundesrepublik Deutsch-land, DDR, Österreich, Schweiz). Die Rücklaufquote der Fragebögen war erstaun-lich hoch, nämlich 80%, und die Ergebnisse, die ich kurz zusammenfassen möchte,recht interessant. 55% aller angeschriebenen volkskundlichen Institutionen verfüg-ten zur Zeit der Untersuchung bereits über PC, wobei sich bei den Geräten einegroße Vielfalt der Herstellerfirmen, aber eine ziemliche Einheit bei den Grundtypenbzw. den Betriebssystemen zeigte( 79% verfügen über IBM oder IBM- kompatibleGeräte, 21% über andere). 34 Institutionen finanzierten die Anschaffung aus eige-nen Mitteln, neun bekamen die Geräte von einem Rechenzentrum der Universitätoder anderen, in sechs Instituten stehen private Computer von Mitarbeitern. 27 Insti-tute verwenden Matrixdrucker, 18 eigene Laserdrucker und sieben eigene Typen-raddrucker. Eingesetzt werden die PC in der Buchführung in den Sekretariaten, zurTextverarbeitung bis hin zur Bibliotheks- und Datenverwaltung, wobei die Textver-arbeitung an erster Stelle steht. Bei den Textverarbeitungsprogrammen sind
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