2. Datenverwaltung und Recherche
Für den raschen und mühelosen Umgang mit großen oder sehrgroßen Datenmengen stehen nicht nur die Möglichkeiten derVerwaltung der Daten, des Sortierens, Ordnens und Suchens, son-dern auch der differenzierten Recherche und des Zugriffs aufDatenbanken zur Verfügung. Für die volkskundliche Arbeit sinddiese Techniken von großer Bedeutung, da in der Praxis überwie-gend Massendaten oder serielle Daten anfallen, sei es im Archiv,im Museum, in der Bibliothek oder in der Forschung. Wir haben eszu tun mit großen Buchbeständen, mit Inventaren, Dokumentatio-nen und Objektsammlungen, mit Foto- und Bildsammlungen, mitArchivbeständen von Erzählungen, Liedern oder Melodien, diealle jeweils mehrere tausend oder zehntausend Items umfassen. Füralle diese Anwendungen gibt es eine ganze Reihe von Datenbank-systemen, von denen viele unsere Bedürfnisse weithin befriedigenund leicht zu handhaben sind. Betrachten wir in aller Kürze diewichtigsten Anwendungsbereiche:
Literaturverwaltung: Immer mehr Bibliotheken gehendazu über, in der Bibliotheksverwaltung Datenbanksysteme einzu-setzen, die über Suchanfragen einen raschen Zugriff des Benutzersauf den Gesamtbestand ermöglichen. Eingegeben werden vomBenutzer Namen, Titel, Suchwörter oder Stichwörter; ausgegebenwerden Listen auf dem Bildschirm, auf Papier oder auf Diskette.Neben allgemeinen Datenbanksystemen 14 kommen hier speziell fürdie Literaturverwaltung entwickelte Programme 15 zur Anwendung.In den USA sind zahlreiche Bibliotheken inzwischen mit derartigenSystemen ausgestattet 16. Zu hoffen ist, daß auch die jetzt in Bremenbeheimatete Internationale Volkskundliche Bibliographie alsDatenbank über On- line- Betrieb zugänglich sein wird.
Inventarisierung: Datenbanksysteme sind in Sammlungen,Archiven und Museen leicht und mit großem Gewinn einsetzbar fürdie Inventarisierung, die Dokumentation und die Verwaltung vonSachgütern, wie bäuerliches und Handwerksgerät, Häuser undBaudenkmäler, Möbel und Geschirr, Textilien und Kleidung,Bilder und Fotos, Volkskunstobjekte u. a. m.; das gleiche gilt fürsprachliche Texte, wie Märchen und andere Erzählungen, fürErzählmotive und Typen, für Liedtexte und Melodien, aber auchfür die Erfassung anderer Erscheinungen der Volkskultur, wieBräuche, Feste und Spiele. So wird beispielsweise am Institut fürdeutsche und vergleichende Volkskunde in München ein Foto-
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