mit dem sozialen Rang wachsenden„ Stilisierung“ und gerinnenzum ,, Sinnbild“ 32.
Bourdieus Studien fußen auf Quellen aus empirischer Gegen-wartsforschung, sie umfassen umfangreiches Fragebogenmaterialund teilnehmende Beobachtung ebenso wie Fotos und Intensiv-interviews, fast ausschließlich von und mit Mitgliedern der PariserGroßstadtbevölkerung. Die Übertragbarkeit seiner Methode aufhistorisches Terrain ist damit ausgeschlossen. Aber auch die Breiteseiner Fragestellungen und die Fülle seiner Aspekte speziell zumLebensstil lassen sich mit historischem Material kaum nachvollzie-hen. Zudem ist gerade die Geschichtlichkeit des Lebensstils, seindynamischer Prozeßcharakter und darin impliziert die Möglichkei-ten seines Wandels in der Bourdieuschen Konzeption kein Thema.Dennoch meine ich, daß der Einbezug des Bourdieuschen Lebens-stilkonzeptes in volkskundlichen Überlegungen zum städtischenLebensstil nur von Gewinn sein kann. Denn vor allem die sozialenAbgrenzungen innerhalb der Städte und mit ihnen die Ausformun-gen unterschiedlicher Lebensstile sind m. E. in der bisherigen For-schung oft nicht hinreichend genug berücksichtigt worden.
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Hier hat, so meine ich, die Volkskunde noch einigen Nachholbe-darf. Seit der inzwischen längst vollzogenen Ausrichtung der Volks-kunde als einer sozialwissenschaftlichen und sozialhistorischen Dis-ziplin ist die Vernachlässigung sozialer Lagemerkmale eine Sünde,die nicht mehr zu den läßlichen gezählt werden kann. Allerdings hatdieser Prozeß der sozialen Differenzierung die einzelnen Sozial-gruppen zu höchst unterschiedlichen Zeitpunkten erreicht. Der„ Bauer" als bis dato bevorzugte Untersuchungsgruppe und fastimmer war mit ihm die besitzbäuerliche ländliche Oberschichtgemeint erhielt als erster eine nach Hofklasse und Hofgröße,nach Rechts- und Besitzstatus und weiteren Kriterien gestaffelteTrennschärfe. Allerdings dauerte es noch eine Weile, bis auch dasgesamte Spektrum der ländlichen nichtbäuerlichen Bevölkerung inseiner sozialen und kulturellen Abstufung vom Landadel bis zumTagelöhner gleichermaßen exakt vernetzt worden ist. Der in densiebziger Jahren vollzogene Paradigmenwechsel der Volkskundezur historischen Sozialwissenschaft hatte damals allerdingszunächst die eher kuriose Folge, daß genau die geforderte sozialeTrennschärfe zugunsten eines neuen Mythos fallengelassen wordenist. Nicht mehr„, der Bauer", sondern„ der Arbeiter" war nun dieneue Leitfigur einer ganzen Richtung volkskundlicher Forschung.Daß allerdings zwischen der„ Aristokratie" der Facharbeiter
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