Zusammenhang zu stellen und sie auf diese Weise dem interessierten Besucher überdas Objekt hinaus zu erschließen. Zahlreiche Veröffentlichungen liegen bereits vor,und viele werden wohl noch zu erwarten sein.
Neben dieser Tätigkeit und der Arbeit am stets aktuell zu haltenden Museumsfüh-rer publizierte Pöttler aber auch zwei großformatige Bände zum Thema Bauen:,, Alte Volksarchitektur“( 1975) und„ Erlebte Baukultur"( 1988). In den achtzigerJahren befaßte er sich auch intensiv mit der Geschichte der Freilichtmuseen undihren Darstellungsproblemen, wobei er in zwei größeren Arbeiten( 1984 in der Fest-schrift für O. Moser und 1986 in der Gedenkschrift für Hanns Koren) einen kompa-rativen Ansatz verfolgte. Einen wesentlichen Schwerpunkt stellen weiters die zahl-reichen kleineren Arbeiten dar, mit denen Pöttler versucht, seine Anliegen einerbreiten Öffentlichkeit bekanntzumachen.
Sein umfangreiches Wirken fand in zahlreichen Auszeichnungen Niederschlag.Als Ergänzung zu dem bereits erwähnten Ehrendoktorat sei erwähnt, daß ihn dasInstitut für Volkskunde der Karl- Franzens- Universiät Graz 1987 als Honorarprofes-sor einlud, seine Erfahrungen in Lehrveranstaltungen weiterzugeben. Neben weite-ren Auszeichnungen erhielt er 1971 das ,, Goldene Ehrenzeichen der Republik Öster-reich", 1974 den Kulturpreis der Stadt Kapfenberg und 1988 das„, Große GoldeneEhrenzeichen des Landes Steiermark"; der Verein für Volkskunde ehrte ihn 1975durch die Verleihung der Michael- Haberlandt- Medaille für Verdienste um die Wis-senschaft der Volkskunde.
Viktor Herbert Pöttler ist ein Praktiker; als solcher versucht er seit langem, wis-senschaftliche Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen. Dabei ist nicht nur dermuseale Alltag gemeint, sondern gerade das Heraustreten aus diesem- hinein indie Praxis des Baugeschehens, hinein in die Gestaltung der Landschaft.
Ein Motto, das er 1989 einer Publikation als Untertitel vorangestellt hat, begleitetihn dabei: Vergangenheit im Dienste der Gegenwart!
Viktor Herbert Pöttler 65 Jahre- ad multos annos.
Helmut Eberhart
Bibliographie( zusammengestellt von Egbert Pöttler)
Selbständige Publikationen:
1948 Die Wegsperre im Hochzeitsbrauch. Ein Beitrag zur historischen Entwicklungdes Hochzeitsbrauches. Diss. masch., Graz.
1962 Bericht über eine Studienreise im Oktober 1962. Rheinisches Freilichtmuseumin Kommern, Freilichtmuseum Bokrijk, Belgien, masch. Zeichnungen v. Wil-helm Reisinger, Graz.
Bericht über die Gründungsfeier des Österreichischen Freilichtmuseums am26. November 1962, Graz.
1963 Hausforschertagung 1963, Münster. Bericht, masch. Zeichnungen v. WilhelmReisinger, Graz.
1964 Jahresbericht des Österreichischen Freilichtmuseums, 26 Bde., Graz- Stübing
1964-87.
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