eingeladen, im März dieses Jahres bei der Hauptversammlung des Vereins für Volks-kunde in Wien über„ ihr“ Museum zu sprechen, zu dem von Wien aus immer einebesondere Beziehung bestanden hat und das sicherlich im Augenblick des Eintrittsin das zweite Jahrhundert seiner Geschichte vor einem neuen Anfang, einer„, Wie-dergeburt" zu stehen scheint.
Klaus Beitl
Viktor Herbert Pöttler 65 Jahre
Am 21. Dezember des vergangenen Jahres feierte Hofrat Hon.- Prof. Dr. h. c.Dr. Viktor Herbert Pöttler seinen 65. Geburtstag. Der nimmermüde Direktor desÖsterreichischen Freilichtmuseums in Stübing bei Graz wurde am 21. 12. 1924 imsüdsteirischen Langegg geboren und besuchte zunächst in Mureck und Leibnitz dieVolks- und Hauptschule, ehe er in die damalige Lehrerbildungsanstalt nach Grazwechselte, wo er 1942 die Reife- und Lehramtsprüfung ablegte.
Nach einer kurzen Dienstzeit an der Lehrerbildungsanstalt in Marburg/ Drau unddem für seine Generation„ üblichen“ Kriegsdienst finden wir Pöttler 1945 wieder inGraz an der Universität. Er studiert Volkskunde, Germanistik, Geschichte und Phi-losophie. Bei Viktor Geramb dissertiert er über das Thema„ Die Wegsperre imHochzeitsbrauch. Ein Beitrag zur historischen Entwicklung der Hochzeitsbräuche",und bereits 1948 verläßt er nach erfolgter Promotion ,, summa cum laude" die Univer-sität, um bis 1949 als Volontär bei Geramb am Steirischen Volkskundemuseum zuarbeiten.
Zunächst ergab sich für ihn in der Steiermark keine Berufsmöglichkeit, sein Wegführte ihn daher 1949 nach Innsbruck, wo er die Leitung der Grundlagenforschungfür das Tiroler Bauernhaus beim Amt der Tiroler Landesregierung übernahm.
Nachdem seine ersten Publikationen( 1948, 1949, 1951)- in der Tradition seinerDissertation stehend- sich noch mit Bräuchen befaßt hatten, brachte ihn die Arbeitin Innsbruck dazu, daß er in der 1952 erschienenen„ Österreichische( n) Volkskundefür jedermann" das Thema„ Siedeln und Bauen" bearbeitete und damit seine erstegrößere Publikation zu diesem Thema vorlegen konnte. 1952 übersiedelte Pöttlererneut in die Steiermark und übernahm in St. Martin bei Graz das Amt des Referen-ten für die bäuerlichen Fortbildungsschulen des Landes Steiermark, womit er erneutin die unmittelbare Nähe Viktor Gerambs kam, der Pöttler von Beginn an nachhaltigbeeinflußte. Geramb stand zwar selbst nie im Dienstverhältnis zu St. Martin, warjedoch seit Steinbergers Zeiten auf das engste mit dieser Bildungsinstitution verbun-den.
Pöttlers liberale Haltung wurde von der damaligen Volksbildung leider nichtimmer entsprechend gewürdigt und geschätzt, und so darf es als glückliche Fügungdes Schicksals verstanden werden, daß er 1961 mit den wissenschaftlichen und orga-nisatorischen Vorarbeiten für das vor der Gründung stehende„ Österreichische Frei-lichtmuseum" in Stübing betraut wurde. Pöttler konnte hier endlich seine organisa-torischen Fähigkeiten voll umsetzen und fand in der Hausforschung auch seine wis-senschaftliche Erfüllung. Seine Publikationstätigkeit trat 1962 in eine bis heuteanhaltende intensive Phase, in der er sich nahezu ausschließlich dem Problem,, Bauen" widmete und noch widmet!
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