Jahrgang 
93 (1990) / N.S. 44
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überfüllt waren die Tchibo- und Eduscho- Filialen, in denen dieBesucher aus der DDR nach echtem" Bohnenkaffee oder, wie siees nannten und wie es der Tchibo- Händler in der Sonderangebots-Affiche geschrieben hatte, nach Melitta- Kaffee Schlange standen.Andere Attraktionen waren das echte Coca, wie Cola und Pepsivereinheitlichend in der DDR- Sprache heißen, und der Döner-Kebab an einer der türkischen Imbiẞbuden um die Gedächtniskir-che. Die Erfahrungen der luxurierenden Konsumwelt standen imMittelpunkt der ersten Besuche nach der Grenzöffnung. Massen-demonstrationen von DDR- Bürgern in den Kaufhäusern desWestens", so hieß es nicht ohne Ironie in der Schlagzeile der TAZvom 13. November 1989. Auf dem Tauentzien sah man DDR-Familien, die sich gegenseitig beim Wühlen in Sonderangebotskör-ben, die vor den Läden installiert worden waren, fotografierten undfotografieren ließen. Und die Banane wurde zur Realmetapher desinnerdeutschen Kulturkontakts.

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Gemischte Gefühle auch bei der Ausreise aus West- Berlin. Dagab es DDR- Bürger, denen die Irritation die Sprache verschlagenhatte, und es gab jene, die ihre Vorurteile gegen den Kapitalismusbestätigt sahen und die Nase voll" hatten. Aber es war auch derWunsch zu hören, daß der normale Einkaufsverkehr zwischen Ber-lin Ost und West die Regel werden solle. Insbesonders junge Leutezeigten sich fasziniert von der Vielfalt der Stile, Möglichkeiten undOfferten und dachten dabei gar nicht mal so sehr an Käufliches.Die, die beim ersten Besuch Kinder mitgenommen hatten, teiltenmit, daß sie diese beim nächsten Mal zu Hause ließen, weil das stän-dige Bitten und Betteln um den Erwerb unbekannter und unge-wohnter Dinge zu nervenaufreibend sei. Die Kinder wissen ja garnicht mehr, wo ihnen der Kopf steht. Und das ein paar Wochen vorWeihnachten. Einige waren entrüstet über Lock- Angebote, mitdenen DDRlern das Geld aus der Tasche gezogen werden sollte,, die woll'n uns doch für dumm verkofen"- und schlossen darausauf Systemeigenschaften der freien Marktwirtschaft, die es vor derMauer zurückzuhalten gelte.

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Nicht selten war auf der Rückfahrt zum Bahnhof Friedrichstraßeder Vorwurf zu hören, daß die DDR- Besucher erniedrigt, durchCoca, Kaffee, Begrüßungsgeld und Südfrüchte korrumpiert" wür-den. Eine technische Zeichnerin, Mitte Zwanzig, hübsch und cou-ragiert, die den ganzen Donnerstag in West- Berlin damit ver-

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