heitsliebe, die in den„, Volksdemokratien“ des östlichen EuropasMillionen von Männern und Frauen, von denen man allzu leichtfer-tig geglaubt haben mochte, daß sie sich ein für allemal mit der ihnenauferlegten Knechtschaft abgefunden hätten, auf die Straße getrie-ben hat³.
Die Volksbewegung zur Selbstbefreiung hat sich„, Formalitäten“des Protestes Begehungen, Handlungen, Gesten, Bilder, Zei-chen, Symbole, Texte und Parolen- bedient, die man mit Arnoldvan Gennep als Techniken/ Riten„, magisch- religiöser Art" benen-nen kann. Volkskunde und Kulturwissenschaft erkennen in solchenBekundungen Erscheinungsformen eines strukturierten Über-gangs. Eine spontane revolutionäre„ Volkskultur" hat sich in deraktuellen Konfrontation als Gegenkultur zum sakrosankt geworde-nen staatlichen Zeremoniell und Kult der Diktatur manifestiert.
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Die Allgegenwart der Medien in unserem Zeitalter der„ totalenKommunikation" hat während der vergangenen Monate imAugenblick des dramatischen Geschehens selbst eine Flut vonBerichten, Reportagen und Dokumentationen hervorgebracht,welche insgesamt der Gegenwartsvolkskunde ein unerschöpflichesRohmaterial für Beschreibung und Analyse bieten. Dementspre-chend sind allenthalben Initiativen zur Aufsammlung der vielfälti-gen Zeugnisse dieser revolutionären Ereignisse entstanden. Hinzukommen die punktuellen Erfahrungen teilnehmender Beobach-tung, wie sie u. a. den Autoren dieses Themenheftes unserer Zeit-schrift zu verschiedenen Zeitpunkten, an verschiedenen Orten undaus unterschiedlicher Betroffenheit heraus möglich waren. Dervorgeschobene Standort Wien nahe der schicksalhaften Grenze amhistorisch gewordenen Eisernen Vorhang hat auch mich selbst imSpätjahr 1989 teilhaben lassen an Geschehnissen, wie dem„ Pán-európai Piknik“ vom 19./20. August an der österreichisch- ungari-schen Grenze bei Sopron/ St. Margarethen, der Öffnung der Berli-ner Mauer nach den Tagen der„ Mauer- Besetzung“ vor dem Bran-denburger Tor am 9./10. November, der Fußwanderung von Zehn-tausenden ČSSR- Bürgern über die slowakisch- niederösterreichi-sche Grenze von Bratislava nach Hainburg am 10. Dezember( ,, Tagder Menschenrechte“) und wie der dörflich- nachbarschaftlichenBegegnung mit Menschenkette von Einwohnern des südmähri-schen Städtchens Břeclav/ Lundenburg und der niederösterreichi-schen Gemeinde Reintal am 17. Dezember.
Beispiele miterlebter„ Grenzüberschreitungen“, deren einzelneindividuellen und kollektiven Akte, Gebärden und Zeichen nicht
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