1991, Heft 4
Literatur der Volkskunde
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zu den Volksliedern Zentral- und Ostkretas). Dieser zweiten Reihe vonStudien gehört auch der vorliegende Band an.
Auch er stützt sich auf eigene Aufzeichnungen. Das Dossier im Nachlaẞdes Verstorbenen trägt den eigenhändigen Kommentar:„ Le texte est vala-ble. Les cassettes sont précieuses. Les transcriptions sont mauvaises, à lafois trop détaillées et peu correctes en ce qui concerne les intervalles, latierce mineure est souvent plus petite, entre le seconde et la tierce." Diedarauffolgende Studie gliedert sich in eine Einleitung( frz. S. 3- 12, gr. S.1322) und den Liedteil( S. 23- 65). Die Einleitung berichtet über dieAufnahmebedingungen und den Sänger( 1955 in Ambelochori vom blindenIlias Makris), die Versstruktur, den musikalischen Rhythmus, die klima-tisch- tonale Struktur, um gegen Ende den starken Einfluß der griechischenLieder auf dieses Liedgut festzustellen. Im musikalischen Idiom von IliasMakris fehlt auch eine für die Sarakatsanen charakteristische Tonkombina-tion, so daß sich hier auch musikalisch eine Evidenz für die klare Trennungvon Sarakatsanen und Vlachophonen ergibt.„ La langage musical d'IliasMakris malgé la couleur à particulière que lui confère un langue phonolo-giquement se différente du grec, ne se distingue guère de celui des gréco-phones de la région du Pinde. Ainsi, l'ethnomusicologie corroborerait iciaussi les conclusions des anthropologues, pour qui, les slavophones et lesroumanophones de Grèce sont, en majorité absolue, descendants d'unepopulation autochtone"[ Α. Ν. Πουλιανός, Η προέλευση των Ελλήνων.Athen 1968³, S. 181).“
Die einzelnen Liedbeispiele bringen jeweils die musikalische Transskrip-tion, den aromunischen Text, eine französische und griechische Überset-zung, sowie Kommentare und bibliographische Hinweise auf weitere Vari-anten( diese auch in griechischer Übers.). In dem vom Rezensenten benütz-ten Exemplar sind weniger Druckfehlerteufeleien aufgetreten als Buchbin-derteufeleien: S. 49- 64 folgen schon nach S. 32. nach S. 64 kommen dannS. 33 – 48, zum Schluß dann richtig S. 65.- Die Arbeiten von SamuelBaud- Bovy sind von der Fachwelt gebührend gewürdigt worden. Bleibtnoch zu hoffen, daß die Nachlaẞmanuskripte und das umfangreiche Tonar-chiv noch zu weiteren Publikationen führen wird bzw. neue Forschung indem unbestechlichen Arbeitsstil des Verstorbenen anregen.
Walter Puchner
Erich WEIDINGER, Die Apokryphen- Verborgene Bücher der Bibel.Pattloch Verlag, Aschaffenburg 1990, 590 Seiten.
Diese aus verschiedenen Ausgaben ausgewählte Sammlung apokrypherTexte legt den Hauptakzent auf ergänzende Schriften zum Alten Testament.