1991, Heft 4
Literatur der Volkskunde
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auf reine Privatinitiative erfolgen, dem Druckfehlerteufel das Handwerkbesonders schwer zu legen ist, vor allem bei den nichtgriechischen Titeln.Dazu fehlt auch der fachliche und wissenschaftliche background. Trotzdemist die bemühte Monographie eine nicht unwillkommene Ergänzung auchder wissenschaftlichen Literatur zu dieser hellenophonen Transhumanz-gruppe, die früher von der Schwarzmeerküste bis nach Eurytanien unter-wegs war. Von besonderem Wert ist hier auch das Bildmaterial und dieSchilderung der rezenten Verbürgerlichungsprozesse, Vereinsbildungenusw., d.h. Kulturvorgänge rund um die heutige Gruppenidentität der Sara-katsanen.
Walter Puchner
Katerina KORRE- ZOGRAFU, Heoellinikos Kefalodesmos( Neohellenicheardress). Athen, Selbstverlag 1991, 257 Seiten( 4°), 177 Abb.
Allein in diesem Buch zu blättern, ist ein lehrreicher Genuß. Frau Korre-Zografu, Assistenzprofessor für Volkskunde an der Universität Athen, hat1978 eine Studie zu dem gleichen Thema( des neugriechischen Kopf-schmucks) vorgelegt( vgl. meine Besprechung in ÖZV XXXIII/ 82, 1979,S. 361 f.), aber in dieser Form stellt das Buch eigentlich nicht bloß einezweite Auflage dar, sondern eine neue Publikation. Allein das photographi-sche Material macht nun ein Mehrfaches von dem einst Gezeigten aus, neueKapitel wurden hinzugefügt, ein für den Benützer wichtiges und unentbehr-liches Glossar ist nun beigegeben. Besonderer Würdigung bedarf auch dieästhetische Aufmachung des Zwei- Spalten- Textes, die ausgewogene Auf-einander- Abstimmung von Text und Bildmaterial( die Bildlegenden sindkapitelweise vor den Anmerkungen nachgetragen, unter den Bildern findensich Seitenverweise auf den Buchtext), die hervorragende Buch- und Bild-qualität sowie die ausführlichen Register, die der Arbeit handbuchartigenCharakter verleihen.
Das Material umfaßt den Zeitraum Ende 18. Jahrhundert bis ca. 1940.Die Gliederung ist die gleiche geblieben. Das Buch umfaßt zwei Hauptteile:1. einen allgemeinen Teil mit historischer und komparativer Methode in 22Kapiteln, und 2. einen landschaftsgeographischen Teil mit 14 Kapiteln. Dererste Teil umfaßt Thematiken wie die Signalisierung sozialer und Altersun-terschiede durch den Kopfschmuck( S. 8 ff.), Haaropfer und Kopftuchgabeim Totenkult( S. 18 ff.), Hochzeit( S. 34 ff.), Hochzeitshaube( S. 50 ff.),abergläubische Praktiken bei der Hochzeit( S. 54 ff.), Kopftücher als Hoch-zeitsgeschenk( S. 56 ff.), Aberglauben um das Haar( S. 58 ff.), das Haar beiden Geburtsbräuchen( S. 73f.), Haar und Orakelhandlungen( S. 64 ff.),„ am-