1991, Heft 4
Literatur der Volkskunde
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Suffix-inga- verblaßt; S. 159 ff.), ist nicht zu halten. Im Vergleich zu dengängigen germ. Determinativkomposita sind Grund- und Bestimmungswortvertauscht, ganz abgesehen davon, daß sich auch a- Flexion des König- Wor-tes und die frühen Belege mit Suffixablaut( Iuthungoi Dexipp, BurungumItin. Ant.) kaum mit Piepers Etymologie vereinbaren lassen.
Wenn sich auch der Mut zum, interdisziplinären Risiko' in etlichenPunkten nicht rentiert hat, ist Pieper doch für die umfassende Aufarbeitungder Fund- und Forschungsgeschichte( S. 11- 69) zu danken; zu den bestenTeilen des Buches zählt auch das Kapitel über die Schiffsabbildung auf 4990( S. 188 ff.). Nach den Ausführungen zur Authentizität der Inschrift( en)scheinen für das Vor- As, des 5. Jahrhunderts Schwund des-a im absolutenAuslaut( hagal, hari, kunni) sowie offenbar auch die, westgerm.* Gemina-tion des n( kunni; Doppelkonsonanz wird allerdings runenorthographischsonst nicht wiedergegeben) belegt. Die Weserrunen aber harren weiterhineiner zufriedenstellenden Deutung.
Robert Nedoma
Euripides P. MAKRIS, Zoi kai paradosi ton Sarakatsanaion[ Leben undTradition der Sarakatsanen]. Ioannina, Selbstverlag 1990. 350 Seiten, 97Abb. im Text, 1 Karte.
Man könnte wohl schwerlich behaupten, daß die transhumanten semino-madischen hellenophonen Sarakatsanan zu den wenig erforschten Volks-gruppen zählen. Der Verfasser selbst führt die wegweisenden Arbeiten an:von Carsten Höeg( Les Sarakasans, une tribe nomade grecque. 2 vols.Bruxelles 1925/26), Dimitrios Georgacas( Peri ton Sarakatsanaion tis Thra-kis. Archeion Thrakiku Glossiku kai Laografiku Thisavru 12, 1945/46.S. 65128 und: Peri tis katagogois ton Sarakatsanaion kai tu onomatosafton. Ibid. 14. 1948/49. S. 193- 270), Angeliki Hatzimichali( Sarakatsanoi.Bd. 1. Athen 1957), J. K. Campbell( Honour, Family and Patronage. Oxford1964). A. Poulianos( Sarakatsani, the most Ancient People in Europe.Chicago 1973- eine anthropologische Studie), Nestoras Matsas( Stegi apourano[ Den Himmel als Dach]. Athen 1978, impressionistisch- empirischerBericht), Theopula Anthogalidu( O rolos tisekpaidefsis stin anaparagogikai exelixi mias paradosiakis koinonias[ Die Rolle der Erziehung in derReproduktion und Entwicklung einer traditionellen Gesellschaft]. Athen1987- eine pädagogische Arbeit). In dieser summarischen Aufzählung derMonographien( denen noch Dutzende von Einzelartikel gegenüberstehen)fehlt die Pariser Dissertation des Athener Soziologieprofessors G. B. Kava-dias, Pasteurs- Nomades Méditerranéens. Les Saracatsans de Grèce, Paris