Jahrgang 
94 (1991) / N.S. 45
Seite
425
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1991, Heft 4

Literatur der Volkskunde

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Vielleicht ist es insgesamt nur das an und für sich bereits bekannteUSA- Bild, das man im Kopf hat, und das um zwei Beiträge erweitert wird,was die Porträts von New York und Berkley weniger interessant macht, alsdie anderer Städte.

Bei der Reportage über Berkley, wo die Thematik naturgemäß um diedortige Universität kreist, ist trotz dem spürbaren Versuch, Distanz zuhalten, eine sattsam bekannte USA- phile Ehrfurcht zu bemerken; in diesemFall vor dem dortigen Universitätssystem, das wesentlich effizienter undleistungsorientierter ausgerichtet ist, als das hiesige. Es wird dem kontinen-tal- europäischen immer wieder als Vorbild gegenübergestellt, ohne daßdabei soziale Komponenten berücksichtigt würden.

Die schönsten Hörbilder aber sind die von jenen Städten, die manvordem noch nicht so gut gekannt hat, und wo man die Bilder dazu tatsäch-lich freier assoziieren kann:

,, Man hört von politischen Großereignissen, sitzt im einen oder anderenKonzert und hört staunend Musikern zu, denen dort unten, dort drüben einganzer Kontinent zu Füßen liegt- wie Wellen, die uns darauf aufmerksammachen, daß weit draußen ein Riesenschiff unterwegs ist."( Aus dem Stadt-porträt Buenos Aires)

Hier nun die Auflösung unserer Rätselfrage: Die Neapolitaner Schnittenheißen nach einer ganz bestimmten Haselnuß, den sogenannten Neaplern,und aus diesen wurde 1897 zum ersten Mal eine Neapolitaner Schnittegemacht, von der Firma Manner in Wien. Das war ein Kunstprodukt. Es gibtalso kein Vorbild in Italien. Nur die Haselnüsse kamen aus der Gegend umNeapel. Heute tun sie das übrigens nicht mehr, denn die Haselnüsse aus derTürkei sind billiger und angeblich auch besser. Die Firma Napoli machtihrerseits übrigens erst seit 1947 Neapolitaner.

Wolfgang Slapansky, Christian Stadelmann

Hans HAID, Mythos und Kult in den Alpen. Ältestes, Altes und Aktuellesüber Kultstätten und Bergheiligtümer im Alpenraum. Mattersburg- BadSauerbrunn, Edition Tau, 1990, 248 Seiten. Abb.

Hans Haid kennt die alpine Kultur aus eigenem Erleben. Er hat sichmehrfach publizistisch und wissenschaftlich mit dieser Thematik beschäf-tigt. Da konnte das Thema Mythos und Kult nicht ausbleiben. Haid beläẞtes aber nicht bei einer sachlichen Auseinandersetzung, sondern er macht dasBuch zu seinem Credo. Im Nachwort hält er damit auch nicht hinter demBerg: Das Buch ist persönlich gefärbt. Es ist keineswegs objektiv. DieAuswahl ist willkürlich. Die Beispiele sind aus einer ungeheuren Fülle fast