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Rudolf Šrámek
ÖZV XLV/ 94
dem Raum der negativen Reaktionen( des Fehlens der Merkmale)verglichen. Fragen der Autochtonität spielen dabei nur eine geringeRolle; von entscheidender Relevanz ist nur ein solches System vonMerkmalen( Erscheinungen, Objekten...), welches von den Men-schen zu einem gewissem Zeitpunkt als regional genug differenzie-rend anerkannt und angenommen wird. Ein instruktives Beispielliefert die Tracht aus der ehemaligen deutschsprachigen Insel beiWischau( Vyškov) in Zentralmähren, die sich im Laufe des Kontaktesmit der slawischen( mährischen) Tracht in eine interessant kontami-nierte Form entwickelt hat- und dennoch war sie für die Wischauer-deutschen das wichtigste regional differenzierende Merkmal. Ge-nuin unterschiedliche Fakten bilden eine neue funktionale Einheit.
3. Welche Merkmale sind es, die die Umwandlung eines„ Raumes"in eine„ Region“ ermöglichen?
a) An erster Stelle ist das natürliche Milieu zu nennen, denn durchdieses werden äußere Bedingungen gegeben, und die Welt der realenObjekte geschaffen, die für die Menschen und ihre soziale, ökonomischeund kulturelle Tätigkeit notwendig sind. Die Objektwelt und das Milieukönnen technologisch, geomorphologisch, botanisch, zoologisch usw.erfaßt werden. Z.B. spielt bei der regionalen Einteilung eines Raumesdie Bodenart, die Flurgestaltung oder die Rodungstechnik eine wesent-liche Rolle. So ist für den in Ostmähren, in der Westslowakei und inSüdpolen liegenden Westflügel der Karpaten eine bestimmte Rodungs-technik charakteristisch, die sich aus einem nur auf diese Region be-schränkten Orts- und Flurnamenareal erkennen läßt( es geht um Namenvon der Wurzel rub-„ hauen, roden“: Poruba, Porúbka, Poręba usw., dieeigentlich den dt.-hau-,-schlag- und-ried- Namen entsprechen). Aufdurch diese Rodungstechnik gewonnenem Neuland, besonders Berg-auen, haben sich Träger der typischen karpatischen Walachenkulturniedergelassen, was noch heute auf Grund der Verbreitung der Schaf-wirtschaftsterminologie und der mit Schafzucht verbundenen Flurna-men nachweisbar ist. Die Korrelation zwischen Schafzucht und derentsprechenden mundartlichen Terminologie stellt für die Region der( ost-) mährischen Walachei bis heute noch eines der wichtigsten charak-terisierenden Merkmale dar, obwohl die Schafwirtschaft in ihrem Aus-maẞ mit dem 19. Jahrhundert kaum vergleichbar ist.
Außerordentlich wichtig ist die Tatsache, daß die Gegebenheitender Natur, wie z.B. die geomorphologische Konfiguration der Ge-