314
Literatur der Volkskunde
ÖZV XLV/ 94
diskutierten Datierungsproblem und mit dem schwierigen Kapitel der Inter-pretation. Die Fülle der in die Felsen eingeritzten Zeichen und Symbolebietet er übersichtlich in Tabellen dar und in einem„ Kleinen Lexikon derFelsritzbilder" gibt er die entsprechende Erläuterung. In einer statistischenZusammenstellung zeigt er, daß nur weniger als 1% möglicherweise älterals 1000 Jahre ist, mit einem gehäuften Auftreten hingegen erst ab dem 16.Jahrhundert gerechnet werden kann. Ebenso interessant ist die Feststellung,daß die Zeichen mit wahrscheinlich magischer Bedeutung gegenüber christ-lichen Symbolen, Sexualdarstellungen, Jahreszahlen und Initialen, davon1000 allein aus dem 19./20. Jahrhundert, weit in der Minderheit bleiben. MitKarten und Planskizzen werden die Felsritzbilder um Lofer dem Besuchervorgeführt, wobei er dem interessierten Wanderer einen Gang durch dieLenzenklamm empfiehlt. Den Großteil des Kataloges nehmen die Fotos vonFundplätzen ein, die entsprechend erklärt und datiert werden. Hier unterläßtMandl bewußt eine nähere örtliche Beschreibung, um sie vor mutwilligerZerstörung zu schützen.
Insgesamt ergibt diese Begleitveröffentlichung zur Ausstellung der Fels-ritzbilder aus der Umgebung von Lofer eine gute Einführung in die Proble-matik der Felsbildforschung, die sich gegenüber ähnlichen Machwerkeninsofern positiv und wohltuend abhebt, weil sie nicht spekulativ, sondernmit Hilfe der von ANISA propagierten„ relativen empirischen Datierungs-methode" mit hoher Wahrscheinlichkeit das Geheimnis der Felsritzbilder zulüften vermag.
Franz Grieshofer
Marijan SMOLIK( Hrsg.), Catechismus/ Petri Canisij Soc. IESV Th./Sku-si malane Figure naprej/ postavlen...( gedruckt zu Augsburg) 1615. Faksi-mile- Ausgabe des Petrus Canisius S.J.- Catechismus in slowenischer Spra-che ,,, durch gemalte Figuren vorgestellt“. Ljubljana 1991, verlegt von derMohorjeva družba= Hermagoras- Gesellschaft Celje( Cilli), Kl. 8° brosch.,125 Seiten, 105 Holzschnitte, Slowenisches Geleitwort, 2 Seiten Zusam-menfassung in deutscher Sprache.
500 Jahre nach der Geburt des Ignatius von Loyola( 1491- 1556) und450 Jahre nach der Gründung seiner Societas Jesu bringt der slowenischeLiturgie- Professor und Barockforscher Marijan Smolik( Laibach) dieseswichtige Zeugnis als unglaublich weit über ganz Europa verbreitetes„ Lehr-buch" der Gegenreformation heraus. 1615 in Augsburg bei Christoph Manggedruckt, aus dem Lateinischen ins Slowenische übersetzt vom JesuitenJanez Čandik( 1581- 1624) auf Anregung des konsequentesten Durchfüh-rers der Beschlüsse des Tridentinums, des( bei den Grazer Jesuiten erzoge-