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Literatur der Volkskunde
ÖZV XLV/ 94
ches, aber auch ein schönes, einfühlsames Buch jener Art, welche man sichaus der Feder von Volkskundlern häufiger wünschen würde.
Olaf Bockhorn
Jerzy CZAJKOWSKI( Red.), Materiały Muzeum Budownictwa Ludowe-go w Sanoku. Heft 30, Sanok, Muzeum Budownictwa Ludowego, 1988. 119Seiten, Karten, Pläne, Fotos.
Zum 30jährigen Bestandsjubiläum des Freilichtmuseums von Sanok inden polnischen Vorkarpaten( 1988) erschien erst jetzt dieses stattliche Heftals Nr. 30 in der Publikationsreihe des Museums. Von dessen Direktor JerzyCzajkowski wie bisher mit Umsicht und Weitblick geleitet, bietet es auf-schlußreichen Einblick nicht nur in die 30 Jahre des Museumsaufbaues undWirkens, sondern zeigt zugleich die außergewöhnliche Bedeutung einersolchen dem vernakulären Bauwesen und dem Arbeitsleben gewidmetenmusealen Institution nicht zuletzt auch für die Wissenschaftstätigkeit unddie kulturelle Erschließung einer ganzen Region. Ebenso wird hingewiesenauf dessen Verlagstätigkeit und die regen internationalen Kontakte mitverwandten Institutionen, die ja gerade dieses Museum und seine Leitungbzw. seine Mitarbeiter in besonderer Weise auszeichnen.
Nicht übersehen sollte man indessen auch die sonstigen Beiträge, die indieser Zeitschrift laufend zum Hausbau und über das gesamte Hauswesensowie zur materiellen Volkskultur Südostpolens überhaupt erscheinen eben-so wie etwa zur edukativen Tätigkeit des Museums. Hervorheben sollte manschließlich ferner die umfassende wissenschaftliche Terrainforschung, diehier schon um 1968 durch Prof. Roman Reinfuss eingeleitet worden ist unddie H. Olszańnski in seinem diesbezüglichen Beitrag über„ Forschungen zurVolkskultur der Vorkarpaten“ auch an Hand von Flächenkarten ausweist( S. 20 33). Über die Publikationstätigkeit am Museum informiert eineeigene Bibliographie für die Jahre 1964 1988, wobei auf verschiedenewichtige Einzeluntersuchungen u.a. von Ivan M. Balassa( über das Socha-Jochbalkendach in Ungarn, 1981), Klara K. Csilléry( über die„ Siedelbank“mit Klapplehne, 1980), Jerzy Czajkowski( über das Freilichtmuseumswesenin Osteuropa, 1966- 1984), Henryk Olszański( u.v.a. über Zäune und Hagin Polen, 1979), Jan Święch( über die Speicherbauten in Kujawien, 1986)oder Roman Reinfuss( mit wichtigen Übersichtsarbeiten) hinzuweisen wäre( S. 98104). H. Olszański berichtet im obgenannten Heft schließlich übereinige 1984-1988 ins Museum übertragene ostpolnische Scheunenbautenzugleich mit anschaulichen Bauplänen zu dieser leider lange völlig vernach-lässigten Gattung bäuerlicher Wirtschaftsgebäude.
Oskar Moser