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Chronik der Volkskunde
ÖZV XLV/ 94
gaben und vermehrtes Überdenken der Zusammensetzung von fachinternenund fachexternen Teilnehmern und Teilnehmergruppen.
Das Rahmenprogramm bot, mehr als die Zeit zwischen den Vorträgen,Möglichkeiten für persönliche Begegnungen und Gespräche: der Empfangnach der Besichtigung des„ Hordamuseet“ nahe Bergen, der„ Open House“-Abend im volkskundlichen Universitätsinstitut, die Tagesexkursion,„ Nor-way in a Nutshell", welche trotz schlechten Wetters Norwegens Berge undFjorde zu einem eindrucksvollen und unvergeßlichen Erlebnis werden ließ,das Abschiedsbankett im Hotel Marsteinen auf der Bergen vorgelagertenInsel Sotra zu Mittsommer mit Sonnwendfeuer direkt am Meer, schließlichdas stets offene Institut, Olaf Ryes vei 19, dessen allzeit gastliche, auchgastronomische Atmosphäre nicht zuletzt den mithelfenden Studierenden zudanken war.
Wenn Nils- Arvid Bringéus in seinem Schlußwort sinngemäß meinte, eineinternationale Organisation wie die SIEF hätte gerade in einem sich neuformierenden Europa besondere Bedeutung und sie habe vermehrt auchauẞereuropäische Staaten einzubeziehen, so wird man ihm uneingeschränktzustimmen und in der Bergener Tagung einen wichtigen Markstein auf demWeg zu einer weiteren Internationalisierung der Volkskunde sehen können.
Olaf Bockhorn
Bericht über das 12. Symposion des NÖ. Instituts für Landes-kunde„ Der Truppenübungsplatz Allentsteig. Region, Ent-stehung, Nutzung und Auswirkungen" in Allentsteig/ NÖ. vom
1. bis 4. Juli 1991.
Für den spätestens seit den Romanen des David Lodge berühmten Kon-greẞtourismus schienen die Umstände des 12. Symposions des NÖ. Institutsfür Landeskunde nicht so günstig, denn die von den Veranstaltern beklagtegeringer als üblich ausgefallene Teilnehmerzahl wurde weniger der Auswahldes Tagungsthemas als der geringen Attraktivität des Tagungsortes zur Lastgelegt. Der Stadt Allentsteig fehlt es an geeigneter Infrastruktur für Touris-mus jeder Art, es gibt weder angenehme Hotels noch Restaurants, keinepassenden Tagungsräume, und der düstere und trotz sommerlicher Außen-temperaturen eisige Gasthaussaal war denn auch nicht dazu angetan, einegeistig anregende Stimmung zu vermitteln. Aber der Stadt Allentsteig fehltnoch mehr als eine funktionierende wirtschaftliche Infrastruktur, was bei derAbschlußdiskussion nach dem eindrucksvollen Referat von Klaus Arnoldüber die wirtschaftlichen Auswirkungen des TÜPI Allentsteig auf die Region