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Chronik der Volkskunde
ÖZV XLV/ 94
besonderer Art galt auch die Fraisenkette, die durch eine Vielzahl vonEinzelamuletten gegen Beschwerden und Krankheiten der verschie-densten Art wirken sollte.
Gudrun Hempel
Karl Eisner †
( 18. Juli 1944- 27. August 1990)
Am Morgen des 28. August 1990 traf uns völlig unerwartet dietraurige Nachricht vom plötzlichen Tod des langjährigen Betreuersund Leiters des Kärntner Freilichtmuseums in Maria Saal, Oberregie-rungsrat Dr. Karl Eisner. Der Verstorbene war Kustos für Volkskundedes Landesmuseums für Kärnten und wirkte als hauptamtlicher Leiterund Geschäftsführer des Museums in Maria Saal; er erlag am Tagzuvor einer Herzattacke, offenbar als Folge längerwährender gesund-heitlicher Probleme, ohne daß jemand das plötzliche Hinscheiden desjungen, im 46. Lebensjahr stehenden Museumskollegen vermutethätte. Sein plötzlicher Tod war für das Kärntner Freilichtmuseumumso schmerzlicher und schwerwiegender, als Karl Eisner dort durchlange Jahre die vielen schwierigen Aufgaben der gesamten prakti-schen Bewältigung des Betriebes und der Führung des Museums zutragen hatte und sich nicht nur konservatorisch um dessen Erhaltungund Verwaltung, sondern auch organisatorisch um dessen weiterenAusbau und die laufend notwendigen, baulichen Instandsetzungenund Erneuerungen bemühte.
Karl Eisner war als Kind einer weststeirischen Lehrerfamilie am18. Juli 1944 in Tregist, Bezirk Voitsberg( Steiermark), geboren. Erstudierte nach dem Besuch der Grund- und höheren Schule an derUniversität Graz im Hauptfach Volkskunde neben allgemeiner Eth-nologie und war hier Schüler von Hanns Koren( 1906- 1985), beidem er im Jahr 1970 sein Studium mit einer Doktorarbeit über den,, Traditionskreis der Bergleute im Kohlenrevier der nördlichen West-steiermark" abschloß. Eisner nahm auch noch an meinen Lehrveran-staltungen am Grazer Institut für Volkskunde teil und ist mir schonvon daher als ein stiller und eher in sich zurückgezogener Mensch inErinnerung geblieben. Er hatte seinen Vater früh verloren und sah sichnach Abschluß seines Studiums genötigt, seinen Lebensunterhalt, woimmer es ging, zu suchen, um seine Mutter als Rentnerin wirtschaft-