1991, Heft 2
Chronik der Volkskunde
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chen; 4. Schlagringe; 5. Schmuckringe und 6. Ringe aus der Zeit desErsten Weltkrieges.
Es bleibt noch, der Leitung des Museums für Gold- und Silber-schmiede Dank zu sagen für die Bereitschaft, diese Ausstellung ingeschmackvollem Rahmen zu zeigen und darauf hinzuweisen, daß zudiesem Thema sowohl der Katalog„ Fingerringe“( 1985, 76 S., III.)als auch eine speziell für diese Ausstellung angefertigte Informations-schrift( 1991, 6 S., Ill.) vorliegt.
Gudrun Hempel
Niederösterreichische Landesausstellung„ Kunst des Heilens"( aus der Geschichte der Medizin und Pharmazie)
Zu der in der Kartause Gaming vom 4. 5. 27. 10. 1991 stattfin-denden Landesausstellung wurden zum Kapitel„ Volksmedizin“ auchObjekte aus dem Österreichischen Museum für Volkskunde ausge-wählt und beigestellt. Es handelt sich hierbei um ein Votivbild zumThema„ Ableiten der schlechten Körpersäfte“, wobei ein knieenderSoldat im linken Ohrläppchen einen Ohrring trägt. Der Stich durchdas Ohrläppchen hat sich als Behandlungsmethode von Augenkrank-heiten bis in das 19. Jahrhundert erhalten. Weitere Heilmittel warender Hämatit, aber auch Steine von blutähnlicher Farbe, wir Jaspis,Heliotrop oder Karneol, die zur Blutstillung dienten. Gegen Pest undEpilepsie halfen Bergkristallanhänger; der Bezoar wiederum wirkteals„ unfehlbares" Mittel bei Vergiftungen. Rotlaufringe aus Kupferund Kupferarmreifen linderten und heilten Rotlauf, Krampf, rheuma-tische Beschwerden u.a. Gegen Krämpfe schützte allerdings nicht nurdas Kupfer, sondern auch das Schriftband„ ALOISIUS“, wie es einKrampfring aus Messing beweist. Ein Rosenkranz aus Natternwirbelnbewahrte aus zwei„ Sphären" heraus; einmal als religiöses Andachts-mittel des Christen und zum anderen als magisches Amulett.
Besonderen Schutz gewährten auch Antoniringe, Ulrichskreuzeund Heiligendarstellungen, z.B. auf Hinterglasbildern, wie der heiligeValentin, der gegen die„ Fall" sucht helfen sollte. Bei schwerer Geburtwurden„ Längen Mariens“ der Gebärenden um den Leib gelegt undsollten Linderung der Schmerzen bringen. Johannesschüssel undKopfurne ließen Kopfschmerzen vergehen. Als„ Universalschutz“