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Chronik der Volkskunde
ÖZV XLV/ 94
eine Konzeption gemeinsamer bibliographischer Aktivität plädierte.Rainer Alsheimer unterstrich hierauf, die Institution IVB werde ver-suchen, die wissenschaftliche Arbeit der slawischen Völker in dieserHinsicht zu fördern und zu unterstützen. Für die tschechische Volks-kunde nannte Jeřábek unter anderem die Übersichten in den Jahrgän-gen der Zeitschrift„ Český Lid“; gegenüber der tschechischen sei dieslowakische Entwicklung bibliographischer Bemühungen zurückge-blieben. In engem thematischen Zusammenhang mit diesem Beitragstand auch der Bericht Bernd Schönes( Dresden) über die Bedingun-gen bibliographischer Arbeit in der DDR, besonders nach Unterbin-dung wissenschaftlicher Zusammenarbeit von DDR und BRD in densechziger Jahren, und die Geschichte des Referatenorgans„ Demos“( 1960 ff.), dessen zukünftiges„ Gesicht“ noch ungewiß ist. Auch hiersollte die IVB im Rahmen ihrer Möglichkeiten weitestgehende Un-terstützung leisten. Überdeutlich wurde das„ Ost- West- Gefälle" inder Welt der Bibliographien durch die sich anschließenden Beiträge.Thomas Schippers( Aix- en- Provence) unterrichtete die Teilnehme-rInnen über Bibliographien und Datenbanken in Frankreich, haupt-sächlich über das vom Institut de l'information scientifique et techni-que( INIST[ CNRS]) herausgegebene„ Bulletin signalétique. Ethno-logie"( 1946 ff.) und das Informationssystem FRANCIS, eine Daten-bank, deren Untergruppe Ethnologie beispielsweise 1989 über 51.000Nachweise enthielt. James R. Dow( Ames, Iowa) veranschaulichtedie EDV- gestützte Bibliographiearbeit bei der unter Herausgeber-schaft der Modern Language Association of America( MLA) stehen-den ,, MLA International Bibliography“, bei der die Volkskunde seit1970 als gesonderter Teil behandelt wird und seit 1981 mit einemseparaten Band vertreten ist. Schriftliche Berichte über die biblio-graphische Arbeit in ihren Ländern legten Bronislawa Kopczynska-Jaworska und Maria Niewiadomska( beide Lódz) für Polen undQemal Haxhihasani( Tirana) für Albanien vor.
Den Abschluß der Tagung bildete ein Referat Rainer Alsheimersüber den Standort der IVB im( internationalen) Kontext von Doku-mentationssystemen. Ausgehend von der Geschichte der Klassifika-tionssysteme im allgemeinen legte er insbesondere die Bedeutung dervon Melvil Dewey seit 1876 für das Bibliothekswesen entwickeltenDezimalklassifikation( DK) dar, um zum einen die Position der Volks-kunde/ Ethnologie innerhalb dieses Systems zu beleuchten und zumanderen Parallelen der IVB- Systematik zur DK aufzuzeigen. Schließ-