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Literatur der Volkskunde
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tigen und leider lange vernachlässigten Aspekt. Das belegen denn auchüberzeugend die 15 Beiträge zu diesem Thema im Band 38/1987, erschienenim Jonas Verlag( Marburg) 1989. Mit Recht betonen die Herausgeber schonim Vorwort dessen ungemein disparate Einflüsse und Tendenzen auf dasBauwesen insgesamt: ein nochmaliger Aufschwung traditionellen Bauens( im Fachwerkbau und Blockbau) in ländlichen Gebieten steht da dem mehroder minder völligen Bruch mit dem traditionellen Bauwesen gegenüber,sowohl hinsichtlich der Werkstoffe und Bauplanungen wie auch in Arbeitund Ausführung. In diesem frühindustriellen Zeitalter entstehen indessenmanche neue Hauslandschaften. Und ungelöste Probleme betreffen„ denZusammenhang des Hausbaus im 19. Jahrhundert mit der gesellschaftlichenEntwicklung, etwa... wie sich die Verbürgerlichung im Bauwesen zeigt, dieIndustrialisierung sich auf den Hausbau auswirkt oder wie der beginnendeFremdenverkehr oft gepaart mit, nationaler und regionaler Betonungseinen Einfluß geltend macht“( S. 7). Auch hier reichen daher die durchwegssehr lesenswerten Beiträge dieses Jahrbuches von Versuchen mit einerGesamtüberschau über Bestand und Wandel des Bauernhauses im 19. Jahr-hundert( Landkreis Harburg- Mecklenburg- Böhmen- Kroatien) bis zuso wichtigen Novationen dieser Ära wie etwa die Einführung des„ Sparher-des" mit Schornstein im Bauernhaus der Lüneburger Heide( Horst Löbbert),der Einfluß des Eisens auf die niederländische Architektur( Dirk de Vries),die Novation der Bohlenlamellendächer in Deutschland seit Ende des18. Jahrhunderts( Thomas Spohn) oder der Einfluß landbauwissenschaftli-cher Literatur auf die Einwölbung von Viehställen in Rheinhessen( KlausFreckmann); der letztgenannte Beitrag übrigens ein besonders wichtigerHinweis auf die Bedeutung der großen Zahl ökonomischer Schriftsteller undAgrarautoren des 18. Jahrhunderts im Sinne der Aufklärung. Nicht zuletztaber muß verwiesen werden auf die Einflüsse eines zunehmend wirksamerwerdenden Folklorismus auf die Landarchitektur, die hier von Dieter Nie-vergelt für den bekannten Schweizer Holzbaustil im Sinne des Historismusim Bauen aufgezeigt werden und die von Vera Mayer besonders nachdrück-lich auch für Böhmen und Mähren durch die Verwendung von Stilelementender gewachsenen bäuerlichen Architektur insbesondere seit den verschie-densten Welt-, Landes-, Industrie-, Agrar- und Kunstausstellungen desspäteren 19. Jahrhunderts nachgewiesen werden.
Im Jahre 1988 hielt der Arbeitskreis für Hausforschung zum zweitenMale seine Jahrestagung zu Utrecht in den Niederlanden ab. Deren Betreu-ung lag weitgehend in den Händen niederländischer Hausforscher, und sowidmet sich denn auch der Berichtsband 39/1988, erschienen Marburg1990, konzentriert dem„ Hausbau in den Niederlanden“ mit landeseigenenReferatsbeiträgen. Da es auch hier durchwegs um aktuelle Probleme derHausforschung geht, in denen Bautechnisches sowie historisches und land-