1991, Heft 1
Literatur der Volkskunde
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aber auch ergiebigen neuen, gebündelten Fragen wie vor allem der Alters-bestimmung und dem Mittelalter zuwenden konnte.
Äußerlich erhält das Jahrbuch durch die Übernahme seitens des JonasVerlages in Marburg ab 1989 auch drucktechnisch ein neues Gesicht. Seinebisher anhangsweise beigefügten Verbandsberichte, Buchanzeigen etc. hatman nun zur Gänze an die gesondert erscheinenden„ ahf- mitteilungen"delegiert, von denen bis November 1990 bereits 33 Nummern vorliegen.
Nach ihrem Inhalt sind die Jahrbücher als Sammelwerke von Tagungsre-feraten sehr vielseitig und bieten stets außergewöhnliche und aktualitätsbe-zogene Beiträge aus den verschiedensten Bereichen der Hausforschung.Infolge des Ausbleibens der meisten österreichischen Referatsbeiträge derArbeitstagung von Krems/ Donau 1985, was man sehr bedauern muß, ergibtsich nun ein Doppelband 36/37 für 1986/1987 wenigstens mit zwei Refe-ratsnachträgen aus Österreich, während dessen Hauptteil- dem TagungsortMünster i. Westf. zufolge- dieser Stadt und ihrem westfälischen Umlandgewidmet ist. Behandelt werden hier Fragen der Wissenschaftsorganisation,der Dokumentationsmethoden des Städtebaus( Prinzipalmarkt zu Münster),ferner über Nebengebäude als( städtische) Wohnbauten sowie Arbeitersied-lungen und-wohnungen. In drei Fällen werden bedeutende Einzelbaudenk-mäler untersucht, so u.a. ein Bauernhaus des frühen 16. Jahrhunderts ausWestkirchen( Kreis Warendorf) von Heinrich Stiewe und ein Fachwerkbauaus dem Jahr 1347( d) in Höxter von G. Ulrich Großmann. Mehrere Aufsätzebeschäftigen sich mit Bautechnik und Gefügeforschung( Holzbau- Fach-werkbauhistor. Dachgerüste). Besonders
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Ankerbalkenverzimmerung
zu verweisen wäre auf die Behandlung der Speicherbauten in Westfalen, undzwar sowohl als„ Wohngebäude in Stadt und Land"( Andreas Eiynck) wieauch als„ Kirchhofspeicher"( Christoph Dautermann); und hervorhebenmöchte man die Untersuchung von Dietrich Maschmeyer über die Althaus-bestände der Grafschaft Bentheim, die eine detaillierte Gesamtanalyse derBefunde„ des neuzeitlichen Hausbestandes mit einem Versuch der Schema-tisierung von Gefüge und Funktionsstruktur" anstrebt und diese hier„, exem-plarisch am Beispiel der Haupt( wohn) häuser sowie der Hauptwirtschaftsge-bäude, der Scheunen, erläutert“. Wie wir in Österreich( Kärnten, Steier-mark), so reflektiert man auch hier mit der Grafschaft Bentheim auf einenrelativ kleinen und begrenzten Untersuchungsraum mit wesentlich günsti-geren und exakteren Untersuchungsmöglichkeiten bei flächendeckenderBestandserfassung. Bezeichnenderweise treten erst dadurch auch so wich-tige Wirtschaftsgebäude wie die Hauptscheunen der Höfe deutlicher undnäher in das Blickfeld der Untersuchung.
Die Tagung des Arbeitskreises 1987 in Schwäbisch Hall stand unter demGeneralthema„ Hausbau im 19. Jahrhundert" und damit unter einem für dieEntwicklung aller unserer Hauslandschaften in Mitteleuropa äußerst wich-