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Literatur der Volkskunde
ÖZV XLV/ 94
vernakulären Bauwesen einer der vielfältigsten Großregionen Zentraleuro-pas bietet und dies sprachlich zugleich auch den romanischen Nachbarn, diedaran erheblich Anteil haben, vermittelt.
Oskar Moser
G. Ulrich GROSSMANN( Red.), Hausbau in Münster und Westfalen. Mitzwei Beiträgen zu Hausbau und Dachwerken in den Alpenländern. Berichtüber die Tagung des Arbeitskreises für Hausforschung in Münster in Westfalenvom 10.- 13. Juni 1986(= Jahrbuch für Hausforschung, 36/37). Sobernheim,Arbeitskreis für Hausforschung, 1987, 337 Seiten, Abb.
Konrad BEDAL( Red.), Hausbau im 19. Jahrhundert. Bericht über dieTagung des Arbeitskreises für Hausforschung in Schwäbisch Hall vom 16.20. September 1987(= Jahrbuch für Hausforschung, 38). Sobernheim undMarburg, Arbeitskreis für Hausforschung und Jonas Verlag, 1989, 323Seiten, Abb.
G. Ulrich GROSSMANN( Red.), Bouwstenen voor oude woonhuizen inNederland- Hausbau in den Niederlanden. Bericht über die Tagung desArbeitskreises für Hausforschung in Utrecht vom 6.- 10. Juni 1988(= Jahrbuchfür Hausforschung, 39). Marburg, Jonas Verlag, 1990, 308 Seiten, Abb.
Neuerdings subsumierte Michael Scheftel( Lübeck) unter dem BegriffHausforschung, wie sie hier verstanden wird, ganz allgemein„, die vonVolkskundlern, Architekten und Kunstwissenschaftlern betriebene Baufor-schung, die sich, im Gegensatz zur( reinen) Archäologie, mit erhaltenenGebäuden beschäftigt, ungeachtet, der in der Forschungspraxis bestehendenÜberschneidungen“( Jb. 36/37, S. 233). Von diesen Bemühungen vermittelnuns die vorzitierten Jahrbücher, neben denen übrigens auch drei Sonderbän-de zum„ Hausbau des Mittelalters" erschienen sind, einen beachtlichenEindruck. Sie zeigen unter Berücksichtigung der dem jeweiligen jährlichenTagungsort zugemessenen Spezialthematik sowohl die außergewöhnlicheVielfalt wie auch Umfang und historische Tiefe des hier bearbeiteten Fra-genkreises.
Seit der Umwandlung des ursprünglichen„ Arbeitskreises für deutscheHausforschung" 1967 in einen mitteleuropäisch orientierten„ Arbeitskreisfür Hausforschung" haben sich ja in dieser Interessengemeinschaft auch dieNachbarländer der bisherigen Bundesrepublik Deutschland( West) zuneh-mend mit Vertretern der Hausforschung zu Wort gemeldet, so daß ähnlichwie in Deutschland, der Schweiz und Österreich auch die Niederlande, dieTschechoslowakei oder Kroatien mit namhaften Hausforschern hier zu Wortkommen. Der seit langem gepflegte Erfahrungsaustausch hat zugleich dazubeigetragen, daß die behandelten Themen und Probleme in ihrer Vielfaltzunahmen und wichtiges Neuland betreten wurde, man sich andererseits